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Hannover (ots) - In Niedersachsen müssen bis 2045 jährlich um bis zu ein Drittel
mehr Wohnungen gebaut werden als aktuell fertiggestellt werden. Der Bedarf
entsteht dabei vor allem auch in ländlichen Regionen. Das zeigt der
Wohnungsmarkt-Report 2026, den der Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) und die
LBS am Donnerstag in Hannover vorgestellt haben. LBS-Vorstand Maik Jekabsons:
"Wir müssen jetzt die Voraussetzungen für den dringend notwendigen Neubau
schaffen, auch wenn die Lage am Wohnungsmarkt in Niedersachsen noch nicht so
angespannt ist wie im Bundesschnitt." SVN-Präsident Cord Bockhop sieht neben der
gerade verbesserten Eigenheimrente weiteren Handlungsbedarf, um gerade auch
junge Familien ins Wohneigentum zu bringen. Die könnten zwar oft die laufenden
Finanzierungskosten stemmen, hätten aber wegen der seit 2010 deutlich
gestiegenen Immobilienpreise und Nebenkosten meist zu wenig Eigenkapital: "Nur
eine befristete Aussetzung der Grunderwerbsteuer bei Ersterwerb bringt hier
schnelle Entlastung."
Das Empirica-Institut hat errechnet, dass der Neubaubedarf bis Mitte der
2030er-Jahre auf jährlich über 30.000 Wohnungen ansteigt. Am Ende des
Prognosezeitraums 2045 sind es immer noch 26.000 Einheiten, deutlich mehr als
die 2025 gebauten 22.600 Wohnungen. "Wir müssen den Mietwohnungsbau spürbar
günstiger machen: mit einem rechtssicheren Standard-Gebäudetyp E, mit
beschleunigten Abläufen und günstigeren Grundstücken", mahnt Cord Bockhop. Denn
unter den aktuellen Vorgaben erfordert rentabler Neubau eine Kaltmiete von über
17 Euro pro Quadratmeter, selbst für Doppelverdiener kaum noch zu stemmen.
Wie fast überall in Deutschland ist die natürliche Bevölkerungsentwicklung in
Niedersachsen negativ - es sterben mehr Menschen als geboren werden. Dieser
Effekt wird - außer in der Region Weserbergland/Harz - aber durch die
Zuwanderung überkompensiert. Neben dem quantitativen gibt es einen zusätzlichen
qualitativen Bedarf: Je höher die Eigenheimquote und älter die Bevölkerung,
desto mehr Wohnraum für junge Familien sowie barrierearme Immobilien werden
gerade auch in den ländlich geprägten Regionen benötigt. Anfangs liegt der
Bedarf insgesamt zu zwei Dritteln bei den Eigenheimen, in 20 Jahren ist die
Nachfrage nach Wohnungen dann gleich hoch.
Oft ausreichend Einkommen, aber zu wenig Ersparnisse für die eigenen vier Wände
Niedersachsen hat mit 50,4 Prozent eine deutlich höhere Wohneigentumsquote als
der Bundesschnitt (42 %). Spitzenreiter ist das Gebiet Hamburger
Umland/Unterelbe mit 58,1 Prozent, in der Region Hannover leben 37,3 Prozent der
Haushalte im Eigentum. "Deren Bewohner möchten lange im mühsam erarbeiteten
Eigentum bleiben, zumal es bezahlbare Alternativen oft nicht gibt. Aber auch die
Kinder der Boomer-Generation wünschen sich die eigenen vier Wände", sagt Maik
Jekabsons.
Grundsätzlich sind die monatlichen Finanzierungskosten für viele Mieterhaushalte
durchaus zu tragen, zumal die Mieten derzeit schneller steigen als die
Immobilienpreise. Wer eine gebrauchte Wohnung mieten möchte, muss im
Landesschnitt 9,50 Euro pro Quadratmeter ausgeben. Im Hamburger Umland wurde die
12 Euro-Marke überschritten, in der Region Hannover sind es knapp 11 Euro. Rare
Neubauwohnungen kosten dort sogar jeweils mindestens 15 Euro.
Hinderungsgrund für den Eigentumserwerb ist in erster Linie das notwendige
Eigenkapital. Das hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt, weil
die Immobilienpreise und mit ihnen die Kaufnebenkosten deutlich gestiegen sind.
Cord Bockhop: "Die neue Eigenheimrente sichert mittelfristig die
Eigenkapitalbildung. Der jetzt vor dem Erwerb stehenden Generation hilft aber
nur ein befristeter Grunderwerbsteuer-Erlass bei Ersterwerb!" Der würde zudem
die Älteren bei einem Immobilienwechsel unterstützen, was wiederum den gesamten
Wohnungsmarkt entlastet.
Niedrige Sanierungsquote ist Gefahr für den Wohnungsbestand
Der Gebrauchtimmobilienmarkt übernimmt eine wesentliche Rolle in der
Wohnraumversorgung. Aber die Immobilien in Niedersachsen sind - auch wegen des
geringen Neubaus - mit durchschnittlich 65 Jahren mittlerweile im Rentenalter.
Die Hälfte der am Markt verfügbaren Bestandsimmobilien erreicht nur
Energieeffizienzklasse F oder schlechter und hat damit einen sehr hohen
Energieverbrauch. Das ist den meisten Besitzern und auch Vermietern durchaus
bewusst, wie die jüngste LBS-Modernisierer-Studie zeigt.
Dennoch ist die Sanierungsquote in den letzten Jahren sogar gesunken. Das ist
einerseits eine Gefahr für die Wertbeständigkeit der einzelnen Immobilie,
andererseits auch für die Wohnraumversorgung insgesamt, sind sich der SVN und
die LBS einig: "Es muss uns gelingen, viel mehr Immobilienbesitzer von der
energetischen Sanierung zu überzeugen - mit unbürokratischen Anreizen statt mit
überzogenen Anforderungen!"
Über den Sparkassenverband Niedersachsen
Der Sparkassenverband Niedersachsen ist einer von 12 regionalen Sparkassen- und
Giroverbänden in Deutschland. Er setzt sich zusammen aus den 36 kommunalen
Sparkassen, deren kommunalen Trägern sowie der Braunschweigischen
Landessparkasse. Der Sparkassenverband Niedersachsen ist eine Körperschaft des
öffentlichen Rechts. Seine Aufgabe ist es, die Sparkassen in Niedersachsen zu
fördern.
Über die LBS NordWest
Die LBS NordWest ist die Bausparkasse der Sparkassen in Niedersachsen, Bremen,
Berlin und Nordrhein-Westfalen. Sie ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe und
unterstützt Menschen dabei, Wohneigentum zu erwerben und zu sichern.
Pressekontakt:
LBS NordWest
Dr. Christian Schröder
mailto:christian.schroeder@lbs-nw.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/172636/6266297
OTS: LBS NordWest
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