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München (ots) - Banknoten gehören zu den unscheinbarsten und gleichzeitig
technologisch anspruchsvollsten Gegenständen in unserem Alltag. Einmal in Umlauf
gebracht, müssen sie jahrelang extremen Belastungen standhalten und dabei
jederzeit fälschungssicher bleiben. Wie gelingt das? Das
SecurityTech-Unternehmen Giesecke+Devrient (https://www.gi-de.com/de/) (G+D)
zeigt auf, welche fünf Technologieebenen aus Banknoten kleine
Hochsicherheitssysteme machen.
Ein Smartphone und ein Geldschein haben mehr gemeinsam, als ihre Besitzer oft
glauben: Beide werden täglich millionenfach in die Hand genommen, beide sind
Hightech im Taschenformat. Der entscheidende Unterschied liegt im
Sicherheitsanspruch: Ein Smartphone wird alle paar Jahre ersetzt, laufend mit
Updates versorgt und an neue Bedrohungen angepasst. Bei einer Banknote geht das
nicht. Sie muss jahrelang weltweit funktionsfähig und resistent gegen die
modernsten Fälschungsmethoden sein - ohne dauernde Updates oder Austausch. Umso
wichtiger ist das Sicherheitskonzept dahinter, das weit über bekannte Merkmale
wie das Wasserzeichen hinausgeht.
Wie dieses Sicherheitskonzept konkret aussieht und warum es so schwer zu knacken
ist, zeigt ein Blick auf fünf Technologieebenen moderner Banknoten:
1. Die Materialtechnologie: Sicherheit, die man spürt
Banknotensicherheit beginnt nicht erst beim Druck, sondern beim Substrat. Denn
das Material bestimmt maßgeblich, wie sicher, langlebig und funktional ein
Geldschein sein kann. Moderne Banknoten basieren auf speziell entwickelten
Baumwollfasern oder Hybridlösungen aus Baumwolle und Polymer. Diese sind so
konzipiert, dass sie nicht nur mechanischen Belastungen standhalten, sondern
auch Sicherheitsmerkmale direkt in die Struktur integrieren. Schon beim Anfassen
lässt sich so eine erste Echtheitsprüfung vornehmen: Das charakteristische
Griffgefühl des Baumwollsubstrats ist schwer zu imitieren und für die meisten
Menschen intuitiv erkennbar. Viele Schutzmechanismen sind zudem nicht
aufgedruckt, sondern fest im Material verankert. Dadurch werden sie zu einem
integralen Bestandteil der Banknote und zu einer ernsthaften Hürde für Fälscher.
2. Die Mikrooptik: Licht als Prüfwerkzeug
Beim Kippen eines Geldscheins verändern sich Farben, oder Elemente scheinen sich
zu bewegen. Hinter diesen Effekten stecken präzise konstruierte Mikrostrukturen,
die Licht gezielt lenken. Zu den modernsten Entwicklungen in diesem Bereich
zählen Mikrospiegel in Kombination mit Nanostrukturen. Um eine Vorstellung von
den Dimensionen zu bekommen: Auf einen einzigen Daumennagel passen bis zu einer
Million solcher Mikrospiegel. Diese lassen sich so präzise ausrichten, dass das
reflektierte Licht ein klar erkennbares Bild erzeugt, das auch bei schlechten
Lichtverhältnissen sichtbar bleibt. So entstehen dynamische visuelle Eindrücke,
die ohne digitale Technik auskommen. Entscheidend ist, dass der Effekt auf
physikalischen Eigenschaften der Oberfläche basiert und nicht auf dem gedruckten
Motiv selbst. Das macht ihn ohne hochspezialisierte Fertigungsgeräte nicht
reproduzierbar.
3. Die Sensorik: Was nur die Maschinen sehen können
Ein Großteil aller Banknoten wird heute automatisiert geprüft. Geldautomaten,
Zählmaschinen und Prüfgeräte erkennen Merkmale, die für das menschliche Auge
unsichtbar sind. Bestimmte Elemente reagieren auf spezielle Lichtquellen, zum
Beispiel unter UV-Licht, oder besitzen Eigenschaften, die nur von Sensoren
erfasst werden können. Diese maschinenlesbaren Merkmale sorgen dafür, dass
Scheine auch im schnellen, automatisierten Umlauf zuverlässig identifiziert
werden. Diese Sicherheitsebene arbeitet weitgehend im Hintergrund und ist im
Alltag kaum wahrnehmbar. Für Fälscher jedoch ist sie jedoch eine der
schwierigsten Hürden.
4. Die Farbtechnologie: Pigmente übernehmen Sicherheitsaufgaben
Die Farbgestaltung von Banknoten erfüllt weit mehr als ästhetische Zwecke, weil
spezielle Pigmente auch gleichzeitig sicherheitsrelevante Funktionen übernehmen.
Einige Farben verändern sich je nach Blickwinkel, andere reagieren auf bestimmte
Lichtbereiche oder lassen sich nur unter definierten Bedingungen sichtbar
machen. Der Farbwechseleffekt beispielsweise folgt dabei denselben
physikalischen Prinzipien wie die Regenbogenfarben, die entstehen, wenn Öl auf
Wasser trifft: Die Schichtdicke ist auf wenige Nanometer genau abgestimmt und
bestimmt, welche Lichtfrequenzen reflektiert werden. Selbst wenn Fälscher ein
Motiv reproduzieren können, würde ihm die physikalische Funktion dahinter
fehlen.
5. Die Forensik: Die geheime Signatur der Banknote
Die sogenannte Level-3-Sicherheitsebene basiert auf unsichtbaren,
maschinenlesbaren Merkmalen, die in der Banknote integriert sind. Sie sind
ausschließlich mit spezieller Sensorik auslesbar und ermöglichen eine
hochpräzise, automatisierte Prüfung im gesamten Bargeldkreislauf. Dadurch lässt
sich die Echtheit jeder einzelnen Banknote eindeutig und zuverlässig bestimmen.
Für Fälscher bleibt dieser Ansatz praktisch unzugänglich: Ohne die passende
Prüftechnologie und das notwendige Systemwissen können die verborgenen
Signaturen weder erkannt noch reproduziert werden.
"Diese Sicherheitselemente auf Banknoten müssen extrem schwer herstellbar und
andererseits ihre Effekte sehr leicht erkennbar sein", sagt Dr. Manfred Heim,
Geschäftsführer bei der G+D-Tochter Papierfabrik Louisenthal und verantwortlich
für die Bereiche Forschung & Entwicklung, Technologie und Operations. "Sie sind
für Jahre intensiver Nutzung unter sehr unterschiedlichen Bedingungen ausgelegt,
von äußerlichen Einflüssen bis hin zu hochautomatisierten Bargeldprozessen.
Damit das gelingt, basieren moderne Sicherheitskonzepte nicht auf einzelnen
Merkmalen, sondern auf mehreren unabhängigen Prüfebenen, die physische
Robustheit, maschinelle Erkennung und langfristige Stabilität miteinander
verbinden."
Über Giesecke+Devrient
Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech
mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen
sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit
integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital
Security, Financial Platforms and Currency Technology.
G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute 14.500 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz
von 3,2 Milliarden Euro. G+D ist mit 118 Tochtergesellschaften und
Gemeinschaftsunternehmen in 41 Ländern vertreten. Weitere Informationen:
https://www.gi-de.com/
Pressekontakt:
Giesecke+Devrient
Christoph Lang
Leitung Corporate Brand Communications and Government Relations
Tel.: +49 89 4119-2164
E-Mail: mailto:christoph.lang@gi-de.com
PR-COM
Jessica Zola
Account Manager
Tel.: +49 89 59997-815
E-Mail: mailto:jessica.zola@pr-com.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32394/6279141
OTS: Giesecke+Devrient
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