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Hannover (ots) - In der vierten Verhandlungsrunde der Tarifrunde der
Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt hat die Tarifgemeinschaft im Verband der
Ernährungswirtschaft e. V. (VdEW) der Gewerkschaft NGG ein weitreichendes
Angebot zur Tarifeinigung vorgelegt.
Ziel: Vollständige Lohnangleichung innerhalb von acht Jahren.
Das Angebot verfolgt ein klares Ziel: die vollständige Angleichung der Löhne der
Beschäftigten in der sachsen-anhaltischen Ernährungswirtschaft an das
Westniveau, konkret an die Lohntabelle der obst- und gemüseverarbeitenden
Industrie, der Fruchtsaftindustrie, sowie der Mineralbrunnen in Niedersachsen
und Bremen. Innerhalb von acht Jahren soll der Lohn der Beschäftigten um
mindestens 35 Prozent steigen und dann das vergleichbare Lohnniveau erreicht
haben.
Konkret sieht das Angebot alleine für 2026 eine Erhöhung von insgesamt 4 Prozent
in zwei Schritten vor: 3,5 Prozent ab dem 1. Juli 2026 und weitere 0,5 Prozent
ab dem 1. Dezember 2026. Ab 2027 orientieren sich die jährlichen Lohnerhöhungen
an der Lohnentwicklung des niedersächsischen Tarifabschlusses - Annahme von rund
2,5 Prozent pro Jahr - ergänzt um einen festen jährlichen Angleichungswert von
zusätzlich 1,55 Prozent. So wird der verbleibende Lohnabstand zwischen
Sachsen-Anhalt und dem Westen Schritt für Schritt abgebaut, bis spätestens in
acht Jahren (zum 31.12.2033) die vollständige Angleichung erreicht ist.
Es gibt bereits Einigkeit in zentralen Punkten.
Beide Seiten sind sich bereits in wesentlichen Punkten einig: Die Lohnerhöhung
für die erste Erhöhung 2026 sowie die Orientierung an der Lohnentwicklung des
niedersächsischen Abschlusses als Grundlage für die schrittweise Angleichung der
Ost-Löhne sind zwischen VdEW und NGG abgestimmt. Das ist eine belastbare
Grundlage für eine schnelle Einigung.
Arbeitgeberangebot geht an die Grenze des wirtschaftlich Machbaren.
Dieses Angebot bedeutet für die Betriebe eine erhebliche finanzielle
Anstrengung. Die Unternehmen der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt stehen
unter erheblichem Kostendruck: gestiegene Rohstoffpreise, hohe Energiekosten
sowie erhöhte Transport- und Logistikkosten belasten die Betriebe. Gleichzeitig
bleibt die Preisdurchsetzung gegenüber Handel und Verbrauchern begrenzt. Die
Arbeitgeber gehen mit diesem Angebot an die Grenze des wirtschaftlich Machbaren.
"Mindestens 35 Prozent mehr Lohn in den nächsten acht Jahren sind ein starkes
Signal der Arbeitgeber an ihre Beschäftigten. Eine noch schnellere Angleichung
und noch höhere Lohnsteigerungen wären wirtschaftlich nicht vertretbar und
würden Unternehmen und damit auch Arbeitsplätze gefährden.", sagt Vehid Alemic,
Hauptgeschäftsführer des VdEW. Entsprechend sind aus Sicht des
Arbeitgeberverbandes auch die aktuell anhaltenden Streikaufrufe der Gewerkschaft
kontraproduktiv. "Wer jetzt weiter streikt, obwohl ein so weitreichendes Angebot
auf dem Tisch liegt, verzögert erst einmal eine Einigung, die im Interesse aller
wäre", ergänzt Alemic.
Der VdEW ist zuversichtlich, dass eine schnelle Einigung möglich ist. Denn beide
Seiten verfolgen dieselben Ziele: eine deutliche und kontinuierliche Steigerung
der Löhne sowie die Angleichung an das Westniveau. Die Arbeitgeber stehen
bereit, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Pressekontakt:
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