|
Köln (ots) - "Echt jetzt? Was Deepfakes mit Menschen, Medien und Demokratie
machen - und was dagegen hilft!" - unter diesem Motto sprachen WDR-Intendantin
Dr. Katrin Vernau und ARD/WDR-Wissenschaftsjournalist Dr. Eckart von
Hirschhausen am Donnerstag (21.5.) auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg.
Ausgehend von der aktuellen WDR/ARD-Dokumentation "Hirschhausen und die
Deepfake-Mafia" (jederzeit in der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/vid
eo/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNWQzZjlhZjYtNTViOS00ODIyLThlNTUtM2ZjO
GQyYzRmNWNk) ) ging es auf dem Panel mit Marc-Uwe Kling von der Initiative "Save
Social" und Lena-Sophie Müller von der "Initiative D21" um die Bedrohung der
Zivilgesellschaft und der Glaubwürdigkeit der öffentlich-Rechtlichen Medien in
Zeiten der Künstlichen Intelligenz, Desinformation und Plattformmonopolen.
WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau sagte in Hamburg: "In Zeiten digitaler
Reizüberflutung, Deepfakes wie beispielsweise im Fall von Eckart von
Hirschhausen und KI-Müll im Netz steigt der Wert verlässlicher Information. Der
öffentlich-rechtliche Rundfunk ist mit seinem Auftrag der Gegenentwurf zu
Propaganda, Fake News und Deepfakes. Umso wichtiger ist es für uns als
öffentlich-rechtliche Medienanbieter, dass Nutzer uns als Absender klar erkennen
und wiederfinden." Digitale und reale Welt seien untrennbar miteinander
verbunden. Im digitalen Raum dürfe es "nicht mehr wie im Wilden Westen zugehen.
Hier müssen dieselben Grundprinzipien gelten wie in der realen Welt: Fairer
Wettbewerb statt weniger Unternehmen, die den Markt dominieren.
Rechtsstaatlichkeit statt des Rechts des Stärkeren, Vergütung für Leistung statt
Ausbeutung journalistischer Inhalte. Und Verbraucherschutz statt Betrug, der Big
Tech auch noch Gewinne verschafft", so Vernau weiter.
Der große Erfolg von "Hirschhausen und Deepfake-Mafia" im Ersten (3,71
Millionen, 17,2 Prozent bundesweit, 0,63 Millionen und 17,1 Prozent Marktanteil
bei den 14- bis 49-Jährigen) zeigt, welchen Nerv der Film beim Publikum und in
der Öffentlichkeit getroffen hat.
Dr. Eckart von Hirschhausen: "Nach jahrelangem Kampf mit der Deepfake-Mafia
zeigt sich an der Relevanz, der Reichweite und dem enormen Presseecho: Millionen
von Zuschauerinnen und Zuschauern ist es wie mir ein Herzensanliegen, dass wir
zwischen wahr und gelogen im Netz noch unterscheiden. Wir brauchen in Zeiten von
KI und toxischen Social Media Plattformen umso mehr den öffentlich-rechtlichen
Rundfunk mit echten Nachrichten und Dokus, von echten Menschen für echte
Menschen".
Von Hirschhausen zitierte in Hamburg aus einer von ihm in Auftrag gegebenen
Civey-Studie mit 5000 Teilnehmenden über 18 Jahren: "13% der Menschen in
Deutschland haben schon Fake-Werbung mit mir gesehen, dass sind hochgerechnet
etwa 6 Millionen. Das sind erschreckend viele und zeigt, was für eine kriminelle
Energie und was für ein Millionengeschäft mit den Fake-Anzeigen dahinter
steckt." Vor der Ausstrahlung von "Hirschhausen und die Deepfake-Mafia" wussten
nur 27 Prozent der Personen, die Eckart von Hirschhausen kennen, von seinem
Vorgehen gegen die Fälschungen. "Die beste Nachricht aus der zweiten Erhebung
zwei Wochen nach der Ausstrahlung: Mittlerweile wissen 57% der Befragten, dass
ich gegen die Deepfakes vorgehe. Das sind mehr als doppelt so viele! Doku wirkt!
Danke auch für die vielen Berichte und Interviews in Qualitätsmedien."
Besonders auffällig ist der Anstieg in den älteren Altersgruppen: Unter den über
65-Jährigen hat sich die Bekanntheit von Hirschhausens Vorgehen gegen
KI-generierte Fake-Werbung von 29 sogar auf 64 Prozent erhöht. "Dank der Sendung
und den damit angeschobenen Debatten fallen hoffentlich immer weniger Leute auf
die gesundheitsgefährliche Betrugsmasche rein", so von Hirschhausen.
"Die Betrüger spielen ihre Fake-Anzeigen gezielt an Menschen mit chronischen
Gesundheitsproblemen aus, an Patienten mit Diabetes, Übergewicht, Schmerzen oder
auch Potenzproblemen. Niemand muss sich dafür schämen. Die Verantwortung muss
die Seite wechseln! Erzählen Sie es bitte alle weiter - solange bis 100%
Bescheid wissen!"
Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Telefon: 0221 220 7100
Email: kommunikation@wdr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7899/6279632
OTS: WDR Westdeutscher Rundfunk
|