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Berlin (ots) - Das neue, frei zugängliche Arbeitsmaterial der Fachstiftung
Zentrum für Qualität in der Pflege für Bewegungsförderung in der professionellen
Langzeitpflege ist veröffentlicht. Es bietet kompakte Informationen und
praktische Hinweise zu wissenschaftlich erprobten Interventionen.
Über 60 Prozent der Menschen ab 65 Jahren in Deutschland bewegen sich laut Daten
des RKI zu wenig. Bewegungsmangel erhöht dabei unter anderem das Risiko für
Pflegebedürftigkeit und kann deren Fortschreiten beschleunigen.
Bewegungsförderung ist darum ein wesentlicher Beitrag zur Prävention auch bei
älteren pflegebedürftigen Menschen. Sie kann dazu beitragen, körperliche und
geistige Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern. Gleichzeitig existiert eine
Vielzahl von Ansätzen zur Bewegungsförderung. Entsprechend stehen stationäre
Langzeitpflegeeinrichtungen und ambulante Dienste in der Praxis oft vor der
Herausforderung, hierbei den Überblick zu behalten und vor allem auch geeignete
Interventionen auszuwählen. Dies wird dadurch zusätzlich erschwert, dass über
deren Wirksamkeit oft nur wenig bekannt ist.
"Genau hier setzt unser neues Arbeitsmaterial zur Bewegungsförderung an",
erklärt Daniela Sulmann, Pflegeexpertin und Geschäftsleiterin im Zentrum für
Qualität in der Pflege (ZQP). "Es soll als kompakter Wegweiser für die
professionelle Langzeitpflege dienen, um sich schnell zu passenden und
wissenschaftlich untersuchten Ansätzen orientieren zu können."
Das Arbeitsmaterial stellt 30 bewegungsfördernde Interventionen vor, die jeweils
auf einer zweiseitigen Übersicht prägnant beschrieben werden. Diese umfasst
unter anderem Angaben zum Setting, zu den erforderlichen kognitiven und
körperlichen Voraussetzungen bei den Teilnehmenden und den
Qualifikationsanforderungen bei den Anleitenden.
Außerdem gibt es Hinweise zur erforderlichen materiellen und räumlichen
Ausstattung und zur korrekten Durchführung der jeweiligen Intervention. Darüber
hinaus wird jeweils der Kenntnisstand zur Wirksamkeit dargestellt. Die
Bandbreite der Interventionen reicht von klassischen motorischen Programmen wie
dem "Otago-Übungsprogramm" über demenzspezifische Angebote wie die
"MAKS-Therapie®" bis hin zu digital gestützten Konzepten wie der "Apfelernte".
"Alle vorgestellten Maßnahmen sind allgemein für hochaltrige, mehrfacherkrankte
Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf geeignet. Bei der Auswahl und
Durchführung müssen aber natürlich die fachlichen Voraussetzungen zur
Durchführung sowie insbesondere die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse
der pflegebedürftigen Person beachtet werden", so Daniela Sulmann. Bedingungen
für die Anwendung seien immer das Einverständnis der pflegebedürftigen Person
sowie die gesundheitliche Unbedenklichkeit aus ärztlicher Sicht. "Motivieren ist
wichtig und richtig - aber niemand darf gedrängt oder gar gezwungen werden",
betont Sulmann.
Das Arbeitsmaterial basiert auf einer systematischen wissenschaftlichen
Literaturrecherche und ist werbefrei. Es steht ab sofort auf dem Portal des ZQP
unter https://www.zqp.de/ kostenlos zum Download bereit.
Pressekontakt:
Torben Lenz
Tel.: 030 994 05 62 - 22
E-Mail: mailto:torben.lenz@zqp.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/80067/6292220
OTS: Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege
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