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Berlin (ots) - Die Bundesregierung will Hunderttausenden das Wechselrecht in die
PKV streichen. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Das widerspricht dem Wunsch der
Mehrheit in der Bevölkerung. Der PKV-Verband warnt, dass die Abkehr von
Wahlfreiheit und Wettbewerb Versicherte und Wirtschaft empfindlich treffen wird.
Die Bundesregierung will die Einkommensgrenze, ab der Angestellte in die Private
Krankenversicherung (PKV) wechseln dürfen, deutlich anheben - gegen den Willen
der Bevölkerung: Laut einer repräsentativen Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts INSA wünscht sich die deutliche Mehrheit der
Menschen (52 %), dass Angestellte unabhängig von ihrem Einkommen die Möglichkeit
haben, zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung zu wechseln. Nur
15 Prozent lehnen dies ab, ein Drittel ist unentschieden oder macht keine
Angaben.
Konkret soll die Versicherungspflichtgrenze außerordentliche um 3.600 Euro pro
Jahr steigen. Zusammen mit der regulären Anhebung müssten Angestellte künftig
voraussichtlich über 84.400 Euro verdienen, um die gesetzliche
Krankenversicherung (GKV) kündigen zu können. Fast 1 Millionen Menschen in
Deutschland verlieren dadurch ihre Wahlfreiheit.
Wettbewerb als Triebfeder für eine hochwertige und kosteneffiziente Versorgung
Ohne den Zugang der Angestellten zur privaten Krankenversicherung steht der
Wettbewerb zwischen GKV und PKV vor dem Aus. Der Wettbewerb um das bessere
Preis-Leistungs-Verhältnis fordert GKV und PKV gleichermaßen, stetig besser zu
werden und effizient mit den Mitteln umzugehen, um die Versicherten zu
überzeugen. Davon profitieren alle Versicherten - gleichwohl ob gesetzlich oder
privat versichert.
"Wenn wir über Reformen im Gesundheitssystem sprechen, dann müssen die
Versicherten im Mittelpunkt stehen. Sie müssen sich darauf verlassen können,
dass ihnen auch zukünftig eine qualitativ hochwertige Versorgung zu bezahlbaren
Beiträgen zur Verfügung steht. Die von der Bundesregierung geplante
Einschränkung von Wettbewerb und Wahlfreiheit steht im klaren Widerspruch zu
diesem Leitbild", erklärt Thomas Brahm, der Vorsitzende des PKV-Verbands.
"Gerade das kapitalgedeckte System der PKV ist generationengerecht finanziert
und auf den demografischen Wandel vorbereitet. Mit ihrem Mehrumsatz von über
15,5 Milliarden Euro stützen die Privatversicherten das deutsche
Gesundheitswesen."
Fatales Signal für den Wirtschaftsstandort und die jüngeren Generationen
Stattdessen werden dringend notwendige Strukturreformen in der gesetzlichen
Kranken- und Pflegeversicherung verschleppt, indem auch die
Beitragsbemessungsgrenzen steigen sollen. Millionen Versicherte müssen mit
deutlich höheren Beiträgen rechnen, während gleichzeitig ihre
Wechselmöglichkeiten beschnitten werden.
"Die geplante Anhebung der Bemessungsgrenzen in der Kranken- und
Pflegeversicherung ist ein verheerendes Signal für den Wirtschaftsstandort und
die jüngeren Generationen. Mitten in der Wirtschaftskrise trifft die zusätzliche
Belastung besonders qualifizierte Fachkräfte in zukunftsträchtigen
Wachstumsbranchen, auf die Deutschland dringend angewiesen ist", warnt Thomas
Brahm. "Der Faktor Arbeit wird noch teurer. Wir sprechen hier von einer
jährlichen Mehrbelastung von 9,9 Milliarden Euro. Das ist Gift für die
Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Schon heute zählt die
Abgabenquote in Deutschland zu den höchsten weltweit."
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Dominik Heck
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