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Pforzheim/München (ots) - Die industrielle Transformation hin zur
Klimaneutralität ist für die führenden Wirtschaftsräume eine der zentralen
Aufgaben der kommenden Jahrzehnte: Während die Europäische Union beispielsweise
die Klimaneutralität bis 2050 anstrebt, visiert China dieses für 2060 an. In
beiden Regionen gilt Wasserstoff als strategische Schlüsselkomponente für den
Umbau von Industrie und Energiewirtschaft. Die reale Marktentwicklung hinkt den
ambitionierten Vorgaben jedoch hinterher: Laut dem Global Energy Report 2025
sind derzeit lediglich rund 11 Prozent der seit Beginn des Jahrzehnts
angekündigten Wasserstoffprojekte in Betrieb oder durch
Investitionsentscheidungen abgesichert. Vor diesem Hintergrund rückt die ees
Europe, Europas größte und internationalste Fachmesse für Batterien und
Energiespeichersysteme, das Thema Wasserstoff gezielt in den Fokus. Vom 23. bis
25. Juni vermittelt der neu ausgerichtete Ausstellungsbereich "Hydrogen Dialogue
Forum & Expo" in Halle B2 fundierte Einblicke in die Einsatzmöglichkeiten von
Wasserstoff, technologische Innovationen, Einsparpotenziale und wegweisende
Projekte. Flankiert wird die Fachausstellung durch das begleitende
Konferenzformat, den Hydrogen Dialogue Summit, der am 24. und 25. Juni im
International Congress Center (ICM) stattfindet. Die ees Europe öffnet ihre Tore
im Rahmen von The smarter E Europe. Zu Europas größter Messeallianz für die
Energiewirtschaft werden rund 2.800 Aussteller und mehr als 100.000 Fachbesucher
erwartet.
Obwohl die weltweite Nachfrage nach Wasserstoff kontinuierlich steigt, wird der
Energieträger derzeit noch fast ausschließlich auf Basis fossiler Rohstoffe wie
Erdgas und Kohle gewonnen. Eingesetzt wird er traditionell für die
Ammoniakproduktion, Ölraffinierung und Methanolsynthese. CO2-neutral erzeugte
Mengen spielen am Gesamtmarkt bislang eine untergeordnete Rolle. Dabei gilt
emissionsfreier Wasserstoff als unverzichtbarer Baustein der Energiewende -
insbesondere für die Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Sektoren wie der
Stahlindustrie. Obwohl es einen großen Bedarf gibt, wird die Entwicklung durch
wirtschaftliche, regulatorische und infrastrukturelle Hindernisse gebremst.
Neben dem schleppenden Ausbau neuer Pipeline-Netze und der verzögerten Umwidmung
bestehender Erdgasinfrastrukturen bleibt die Kostenstruktur ein zentraler
Engpass: Nach Analysen der Internationalen Energieagentur (IEA) ist grüner
Wasserstoff in der Herstellung derzeit noch zwei- bis dreimal teurer als die
fossile Variante. Die nachhaltige Alternative wird jedoch vor allem dann
wettbewerbsfähig, wenn unvorhersehbare oder anhaltend hohe Erdgaspreise die
konventionelle Produktion verteuern.
Weniger als ein Prozent wird emissionsfrei hergestellt
Im Jahr 2024 wurden laut dem Global Energy Report 2025 weltweit etwa 100
Millionen Tonnen Wasserstoff produziert - rund 99 Prozent davon aus fossilen
Brennstoffen. Etwa 980 Millionen Tonnen CO2 wurden dabei emittiert. Nicht einmal
ein Prozent wurde emissionsfrei erzeugt. Durch Elektrolyse lässt sich
Wasserstoff klimaneutral produzieren, wenn Wasser mithilfe von erneuerbarem
Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Die IEA erwartet in den
kommenden Jahren aber ein deutliches Wachstum. Bis 2030 soll die Produktion von
grünem Wasserstoff weltweit auf 4,2 Millionen Tonnen steigen. Im Vergleich zum
Jahr 2024 würde sich die Menge somit verfünffachen. Treibende Kraft beim Aufbau
von Elektrolyseuren ist China. Die IEA geht davon aus, dass in China
emissonsfreier Wasserstoff bis Ende des Jahrzehnts wettbewerbsfähig wird -
aufgrund der niedrigen Technologie- und Kapitalkosten. Auch in Europa sieht sie
gute Chancen dafür, weil Erdgas durch die CO2-Bepreisung immer teurer wird.
Wenig Potenzial gibt es dagegen in Regionen, wo Erdgas billiger ist, etwa in den
Vereinigten Staaten und im Nahen Osten.
Grüner Wasserstoff: der Schlüssel für die Energiewende
Die aktuelle Energiekrise macht deutlich, welche Folgen die Abhängigkeit von
fossilen Energien hat. Durch den Iran-Krieg sind die Preise für Erdöl und Erdgas
stark gestiegen und treffen viele Staaten mit voller Wucht. Auch zu Beginn des
russischen Angriffskrieges auf die Ukraine stiegen die Erdgas-Preise deutlich.
Damals war grüner Wasserstoff sogar deutlich günstiger als konventioneller. "Die
wiederholten Preisschocks und Versorgungsrisiken der fossilen Energiewirtschaft
schärfen den Blick für den strategischen Wert der Erneuerbaren und von grünem
Wasserstoff", erklärt Markus Elsässer, Gründer und Geschäftsführer der Solar
Promotion GmbH. "Ein zukunftsfähiges Energiesystem basiert nicht mehr allein
darauf, sauber Strom zu erzeugen. Wir müssen diesen Strom auch intelligent
speichern und sektorenübergreifend nutzbar machen. Erst wenn wir dezentrale
Erzeugung, moderne Batteriespeicher und die Wasserstoff-Elektrolyse flexibel
miteinander koppeln, sichern wir die Industrie ab. Grüner Wasserstoff ist dabei
ein zentraler Hebel, um die Energieversorgung in Deutschland und Europa
resilient aufzustellen, technologisch souverän zu machen und Strompreise
langfristig planbar zu halten."
Einsatz von grünem Wasserstoff
Für die Dekarbonisierung ist grüner Wasserstoff ein zentraler Baustein. Die
Industrie benötigt den Energieträger dringend für die Stahlproduktion, für
Hochtemperaturprozesse über 1.000 Grad Celsius sowie als Basis für synthetische
Kraftstoffe im Schwerlast-, See- und Luftverkehr. Außerdem könnte grüner
Wasserstoff Erdgas in Fernwärmenetzen ersetzen. Bisher fehlt es jedoch an
Elektrolyseuren. Obwohl die Europäische Union bis 2030 eine heimische
Elektrolyseur-Kapazität von 40 Gigawatt anstrebt und Staaten wie Deutschland,
Spanien oder Frankreich ambitionierte nationale Ziele formuliert haben, hinkt
die Praxis der Theorie hinterher. Die Fortschritte sind gering, weil es neben
der Infrastruktur auch an Nachfrage mangelt. Potenzielle Investoren zögern
deshalb. Um die Nachfrage anzukurbeln, könnte die Produktion von synthetischen
Kraftstoffen eine Lösung sein. "Die Rolle von Wasserstoff als Energieträger der
Zukunft wird bisher noch zu wenig erkannt. Mit dem Hydrogen Dialogue setzen wir
ein klares Zeichen für den Hochlauf und bilden die gesamte Wertschöpfungskette
ab", erklärt Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik
und Messe GmbH & Co. KG (FWTM).
Hydrogen Dialogue Summit 2026
Die Wirtschaft braucht tragfähige Lösungen. Hier setzt der Hydrogen Dialogue
Summit im Rahmen von The smarter E Europe an. Aktuelle Trends und
Herausforderungen der Wasserstoffbranche werden beleuchtet. Am 24. Juni steht
Deutschland im Mittelpunkt. Zentrale Fragen sind, wie Elektrolyse dazu beitragen
kann, Netzengpässe zu entschärfen, erneuerbare Energien besser zu nutzen und wie
Chemie-, Zement- und Stahlindustrie die Dekarbonisierung als Wettbewerbsfaktor
nutzen können. Am 25. Juni richtet sich der Blick auf Europa und die Welt sowie
auf die wachsende Konkurrenz aus Asien. Spitzenvertreter aus Politik und
Wissenschaft diskutieren an beiden Tagen mit Entscheidern aus Wirtschaft sowie
von Verbänden aus Deutschland und Europa über die strategische Bedeutung von
Wasserstoff für eine resiliente und klimafreundliche Energieversorgung der
Zukunft. Schirmherr ist Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung
und Energie, Hubert Aiwanger, der den Summit auch eröffnen wird.
Pressekontakt:
ressourcenmangel an der Panke GmbH | Schlesische Straße 26/c4 | 10997 Berlin
Roberto Freiberger | Tel.: +49 163 8430 943
mailto:roberto.freiberger@ressourcenmangel.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/82549/6292281
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