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WIESBADEN (ots) -
- Insbesondere energieintensiv hergestellte Baumaterialien im Mai 2026 gegenüber
Mai 2025 teils deutlich verteuert
- Hohe Preissteigerungen im Mai 2026 auch bei Holz
- Nahezu alle Baumaterialien waren im Jahr 2025 teurer als im Jahr 2021 vor der
Energiekrise
Hohe Baukosten haben neben anderen Faktoren dazu geführt, dass zuletzt weniger
Wohnungen gebaut wurden. Nachdem bereits seit Beginn des russischen Angriffs auf
die Ukraine die Preise für die meisten Baumaterialien gestiegen waren, haben
sich aktuell viele Materialien verteuert, die auf Erdölbasis oder
energieintensiv hergestellt werden. Bitumen auf Erdölbasis, was unter anderem im
Straßenbau und zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten verwendet
wird, verteuerte sich im Mai 2026 um 31,2 % gegenüber dem Mai 2025, wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Energieintensiv hergestellte
Baustoffe verteuerten sich im gleichen Zeitraum, wie etwa Flachglas (+15,4 %),
das üblicherweise für Fenster, Glastüren oder -wände verwendet wird.
Metalle und Holz zuletzt deutlich teurer
Auch bei Holz gab es deutliche Preissteigerungen: Dachlatten (+11,8 %),
Bauschnittholz (+11,4 %) und Konstruktionsvollholz (+7,5 %) waren im Mai 2026
teurer als ein Jahr zuvor.
Die Preise für Metalle, deren Herstellung ebenfalls energieintensiv ist, stiegen
im Mai 2026 um 11,1 % an: Darunter verteuerten sich kaltgewalzte Bleche (+9,9
%), Betonstahl in Stäben (+5,0 %), Rohre oder Hohlprofile aus Eisen oder Stahl
(+1,6 %) und Betonstahlmatten (+1,0 %). Die Preise für Stabstahl (-0,3 %) sanken
dagegen leicht, auch Weißblech verbilligte sich um 1,1 %.
Die Preise für Baubedarfsartikel aus Kunststoff wie Fenster- und
Türverkleidungen (+3,5 %), darunter Fensterläden und Jalousien (+3,8 %), oder
Sanitärausstattung wie Badewannen und Duschen (+3,2 %) stiegen im Mai 2026
gegenüber dem Vorjahresmonat.
Auch die Preise für viele mineralische Baustoffe stiegen an: Kalk und gebrannter
Gips (+4,3 %), Bausand (+3,1 %), Frischbeton (+2,5 %) sowie Wand-, Bodenfliesen
und -platten (+1,8 %) verteuerten sich. Die Preise für Dachziegel aus
keramischen Stoffen (+0,6 %) und Zement (+0,4 %) stiegen nur leicht an.
Zum Vergleich: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte insgesamt stiegen im Mai
2026 um 2,2 % im Vergleich zum Mai 2025, ohne Berücksichtigung der Energiepreise
stiegen sie im gleichen Zeitraum um 2,3 %.
Baumaterialien 2025 fast durchgängig teurer als vor der Energiekrise
Mittelfristig gesehen lag das Preisniveau für nahezu alle Baumaterialien - bis
auf Holz - im Jahr 2025 über dem Niveau vor der Energiekrise 2022: Deutliche
Teuerungen gegenüber dem Jahr 2021 gab es bei den mineralischen Baustoffen wie
Kalk und gebrannter Gips (+77,3 %), Zement (+57,7 %), Bausand (+42,6 %) und
Frischbeton (+35,3 %). Aber auch keramische Baumaterialien verteuerten sich
deutlich: Dachziegel um 42,4 % und Wand-, Bodenfliesen und -platten um 27,0 %
gegenüber dem Jahr 2021. Die Preise für Baubedarfsartikel aus Kunststoff stiegen
im Schnitt um 18,9 %: Fensterläden und Jalousien (+22,3 %), Badewannen, Duschen
oder Waschbecken (+21,0 %), Fenster- und Türenverkleidung (+18,6 %) sowie
Bodenbeläge, Wand- und Deckenverkleidungen aus Kunststoff (+18,5 %) waren im
Jahr 2025 teurer als vier Jahre zuvor. Flachglas, ebenfalls ein energieintensiv
hergestellter Baustoff, verteuerte sich um 20,5 %.
Auch der Innenausbau kostete im Jahr 2025 mehr: Armaturen (+27,7 %), Tapeten
(+27,3 %), Teppiche und textile Fußbodenbeläge (+26,0 %), Parkettböden (+24,4 %)
oder Anstrichfarben (+21,5 %) waren teurer als im Jahr 2021. Die Preise für
Dämm- und Leichtbauplatten, die im Neubau, aber auch zur energetischen Sanierung
eingesetzt werden, stiegen im gleichen Zeitraum um 21,4 %.
Metalle verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 14,3 % gegenüber dem Jahr
2021, allerdings entwickeln sich die Preise hier uneinheitlich. Deutliche
Preissteigerungen gab es bei Rohren oder Hohlprofilen aus Eisen oder Stahl
(+31,9 %). Moderater stiegen die Preise für Stabstahl (+9,9 %). Die Preise für
kaltgewalzte Bleche (-14,6 %), Betonstahl in Stäben (-13,0 %) und Weißblech
(-4,5 %) gingen teils deutlich zurück.
Mittelfristige Preisrückgänge gab es bei Baumaterialien aus Holz: Dachlatten
(-14,1 %), Konstruktionsvollholz (-13,2 %) und Bauschnittholz (-1,2 %)
verbilligten sich im Jahr 2025 gegenüber 2021.
Zum Vergleich: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte insgesamt stiegen im
Jahr 2025 gegenüber 2021 um 26,2 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise
legten sie im selben Zeitraum um 19,6 % zu.
Weitere Informationen:
Weitere Daten zur Entwicklung der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte finden
Sie in den Tabellen auf der Themenseite "Erzeugerpreisindex gewerblicher
Produkte".
Detaillierte Ergebnisse zur Statistik der Bauleistungspreise, wozu
beispielsweise Rohbau- und Dachdeckungsarbeiten gehören, bieten die Tabellen auf
der Themenseite "Bau- und Immobilienpreisindex". Zudem sind weitere Ergebnisse
sowie lange Zeitreihen zu den Baupreisindizes über die Datenbank GENESIS-Online
(Tabellen 61261-0001 bis 61261-0012) abrufbar.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Erzeugerpreise gewerblicher Produkte
Telefon: +49 611 75 2444
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
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Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6300810
OTS: Statistisches Bundesamt
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