|
Berlin (ots) - Mobile Klimageräte kühlen Räume ohne Festinstallation.
Kältemittel, Abluftführung und Elektrik erfordern besondere Aufmerksamkeit.
TÜV-Verband-Checkliste hilft Verbrauchern beim sicheren Kauf und Betrieb.
In der aktuellen Hitzewelle versprechen mobile Klimageräte Abkühlung. Die
Standgeräte sind einfach in Betrieb zu nehmen und im Vergleich zu fest
installierten Klimaanlagen preisgünstig. Wer jetzt schnell ein Gerät kauft, um
Schlaf- oder Arbeitszimmer zu kühlen, sollte dabei aber nicht die Sicherheit aus
dem Blick verlieren. "Ein mobiles Klimagerät kann die Raumtemperatur deutlich
senken. Für einen sicheren und effizienten Betrieb sollten Verbraucher jedoch
nicht nur auf die Kühlleistung achten, sondern auch auf elektrische Sicherheit,
Energieeffizienz und die richtige Aufstellung des Geräts", sagt André Siegl,
Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband. "Ein Gerät mit
beschädigtem Kabel oder Stecker oder eingeklemmtem oder abgeknicktem
Abluftschlauch kann zur ernsthaften Gefahr werden." Der TÜV-Verband erklärt,
welche Gerätetypen es gibt, was sie kosten und worauf Verbraucher beim Kauf und
Betrieb achten sollten.
Drei Gerätetypen mit unterschiedlichem Risikoprofil
Mobile Klimageräte arbeiten grundsätzlich nach Prinzip des Wärmetauschs und
lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen. Am weitesten verbreitet sind
Monoblock-Klimageräte (Einschlauchgeräte): Sie saugen Raumluft an, kühlen sie
wie bei einem Kühlschrank mithilfe eines Kühlmittels und leiten die Abwärme über
einen Luftschlauch durch Fenster oder Terrassentür nach außen. Die Geräte sind
vergleichsweise preisgünstig und ohne Montage durch einen Fachbetrieb
betreibbar. Nachteil: Durch die Luftableitung nach außen entsteht ein leichter
Unterdruck im Raum, der warme Außenluft durch Fugen und Ritzen nachzieht und die
Kühlleistung mindert. Zweischlauchgeräte verfügen zusätzlich zur Wärmeableitung
über einen Ansaugschlauch für Außenluft, vermeiden so den Unterdruck und kühlen
effizienter. Verdunstungskühler arbeiten ohne Kältemittel: Ein Ventilator bläst
Luft über wassergetränkte Kühlpads. Der angefeuchtete Luftstrom wirkt über die
Verdampfung kühlend, ohne dass die Raumtemperatur deutlich sinkt. Luftkühler
verbrauchen weniger Strom, haben aber auch einen geringeren Kühleffekt als die
anderen Gerätetypen.
Eine noch recht neue Geräteklasse sind mobile Split-Klimageräte. Sie nutzen die
gleiche Technik wie fest installierte Anlagen mit Innen- und Außengerät, die mit
einem dünnen Schlauch miteinander verbunden sind. Die Geräte sind
leistungsfähiger, effizienter und deutlich leiser als Monoblockgeräte. "Für das
Außengerät muss ein sicherer Platz auf Balkon oder Terrasse gefunden werden",
sagt Siegl. "Auf einer Fensterbank muss es sicher befestigt werden, damit es bei
einem Unwetter nicht abstürzt."
Preisunterschiede spiegeln Qualität und Sicherheit
Das Angebot beginnt bei unter 300 Euro für einfache Einschlauchgeräte mit 7.000
bis 9.000 BTU/h. Die Einheit gibt die Kühlleistung an, das heißt, wie viel
Wärmenergie das Gerät einem Raum entziehen kann. Leistungsstarke Zweischlauch-
oder Invertergeräte mit automatischer Temperaturregulierung, Energieklasse A und
WLAN-Steuerung starten bei rund 600 Euro. Mobile Splitgeräte sind zwar ebenfalls
ab 500 Euro zu haben, können in dieser Preisklasse aber eher kleinere Räume
versorgen und werden daher vor allem als Camping-Zubehör verkauft.
Leistungsstärkere Geräte für größere Räume sind deutlich teurer.
Elektrische Sicherheit und Kältemittel
Klimageräte ziehen je nach Modell zwischen 700 und über 2.000 Watt
Dauerleistung. Beschädigte Kabel, überlastete Mehrfachsteckdosen,
unterdimesionierte Verlängerungskabel oder mangelhafte Stecker sind daher eine
ernsthafte Brandgefahr. Stecker oder Kabel, die sich im Betrieb erwärmen, sind
ein deutliches Warnsignal. Verbraucher sollten Geräte mit CE-Kennzeichnung
bevorzugen, mit der die Hersteller bestätigen, dass sie die in der EU geltenden
Sicherheitsvorgaben einhalten. Zusätzliche Sicherheit bietet das GS-Zeichen für
"geprüfte Sicherheit". Dann hat eine unabhängige Prüforganisation die Sicherheit
des Geräts kontrolliert.
Moderne Klimageräte verwenden zunehmend natürliche Kältemittel wie R290 (Propan)
oder R600a (Isobutan). Diese sind ozonfreundlicher als frühere F-Gase, aber
leicht brennbar. "Bei einem Kältemittelleck kann sich ein zündfähiges Gemisch
bilden", sagt Siegl. "Deshalb dürfen entsprechende Geräte nicht in der Nähe
offener Flammen betrieben werden." Bei ordnungsgemäßem Betrieb sind
Kältemittelmenge und Bauweise so ausgelegt, dass kein nennenswertes Risiko
entsteht.
Abluftschlauch und Aufstellung
Der Abluftschlauch führt Wärme von bis zu 70 Grad Celsius über ein geöffnetes
Fenster oder eine Terrassentür nach außen. Damit nicht zu viel warme Luft wieder
nach innen strömt, muss das Fenster abgedichtet werden. In der Regel werden
dafür von den Herstellern Lösungen aus Textilien oder Kunststoffplatten
mitgeliefert, die vor Inbetriebnahme eigenständig montiert werden müssen.
"Verbraucher sollten berücksichtigen, dass Fenster beim Betrieb der Klimageräte
nicht vollständig geschlossen werden können", sagt Siegl. Gerade für Familien
mit kleinen Kindern oder Bewohner von Wohnungen im Erdgeschoss könne das
relevant sein.
Wichtig: Wird der Ablaufschlauch geknickt oder gequetscht, kann die Abwärme
nicht entweichen - das Gerät überhitzt. "Der Schlauch muss so kurz und gerade
wie möglich verlegt werden, mindestens 30 Zentimeter Abstand zu brennbaren
Materialien halten und darf nicht durch Brandschutzwände oder über Fluchtwege
geführt werden", sagt Siegl. Das Gerät selbst sollte auf ebenem Untergrund
stehen, mit mindestens 50 Zentimetern Abstand zu Wänden und Möbeln. Verstopfte
Filter erhöhen den Energieverbrauch und begünstigen Überhitzung. Die Filter
sollten alle zwei bis vier Wochen gereinigt werden.
Hinzu kommt das Kondenswasser: Beim Kühlen entzieht das Gerät der Raumluft
Feuchtigkeit - je nach Modell mehrere Liter pro Tag. Einige Geräte verdampfen
das Wasser, andere Geräte arbeiten mit einem Kondenswasserbehälter bzw. Tank.
Die meisten Geräte schalten bei vollem Tank automatisch ab und das Gerät erfüllt
seine kühlende Arbeit nicht mehr. Viele Geräte lassen sich über einen Schlauch
dauerhaft an einen Ablauf anschließen.
TÜV-Verband-Checkliste: Sicherer Kauf und Betrieb von mobilen Klimageräten
- Nach Transport abwarten: Wurde das Gerät liegend transportiert, sollte es vor
dem Einschalten einige Stunden aufrecht stehen, damit sich Öl und Kältemittel
wieder korrekt verteilen können.
- Geräte nach Raumgröße auswählen: Ein zu klein dimensioniertes Gerät läuft
dauerhaft unter hoher Last bzw. Volllast und kann die gewünschte
Raumtemperatur nicht erreichen. Die Kühlleistung des Gerätes sollte zur
Raumgröße passen. Faustformel: 60-100 Watt Kühlleistung pro Quadratmeter
Raumfläche bei normaler Deckenhöhe von 2,40 bis 2,60 Meter.
- Elektrische Sicherheit beachten: Mobile Klimageräte sollten möglichst direkt
an einer fest installierten Steckdose betrieben werden. Mehrfachsteckdosen
oder Kabeltrommeln können bei hoher Dauerlast überhitzen.
- Ausreichende Belüftung sicherstellen: Lüftungsgitter und Luftauslässe dürfen
nicht verdeckt werden. Das Gerät benötigt ausreichend Abstand zu Wänden,
Möbeln und Vorhängen.
- Abluftschlauch korrekt verlegen: Der Abluftschlauch wird während des Betriebs
sehr warm. Er sollte nicht geknickt, abgedeckt oder durch enge Durchführungen
gequetscht werden. Gleichzeitig sollten Fensterabdichtungen möglichst dicht
schließen, um Energieverluste zu vermeiden.
- Filter regelmäßig reinigen: Staub und Schmutz in Filtern beeinträchtigen die
Luftqualität und die Leistungsfähigkeit des Geräts und kann zu Überhitzung
führen. Die Reinigung sollte entsprechend den Herstellerangaben erfolgen.
- Kondenswasser kontrollieren: Je nach Gerät fällt Kondenswasser an. Behälter
sollten regelmäßig geleert und auf Dichtigkeit geprüft werden, um
Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Länger stehendes Wasser in einem vollen
Tank fördert Schimmelwachstum und kann zu Verkalkungen an beweglichen Teilen
führen, die Funktionen beeinträchtigen können.
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit
Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
Pressekontakt:
Maurice Shahd
Pressesprecher
TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
030 760095-320, mailto:presse@tuev-verband.de
http://www.tuev-verband.de | http://www.linkedin.com/company/tuevverband
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/65031/6301105
OTS: TÜV-Verband e. V.
|