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Bonn/Frankfurt (ots) - Harald Müller, Geschäftsführer Bonner
Wirtschafts-Akademie (BWA): "KI-Transformation gelingt nur mit offener
Kommunikation, betrieblicher Qualifizierung und aktiver Einbindung der
Betroffenen."
Die Energie- und die KI-Krise werden zu einem Arbeitsplatzverlust historischen
Ausmaßes in Deutschland führen, warnt die Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA). Die
aktuelle Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), wonach die
Unternehmen noch in diesem Jahr fast 30 Prozent aller Stellen streichen wollen,
sei erst der Anfang, bewertet die BWA die Entwicklung. Geschäftsführer Harald
Müller skizziert eine düstere Zukunft: "Die Kombination aus Energie- und
KI-Krise wird Hunderttausende von Arbeitsplätzen sowohl in der Industrie als
auch im Büro vernichten." Diese Entwicklung komme noch "on top" auf die
Jobverluste in der Automobilindustrie, heißt es bei der BWA. Mit dem Begriff
"KI-Krise" umschreibt die Bonner Wirtschafts-Akademie die rasant zunehmende
Übernahme von Büroarbeitsplätzen durch KI-Systeme und von Industriejobs durch
eine künftige Generation humanoider Roboter.
BWA-Chef Harald Müller verweist auf eine aktuelle Umfrage der Beratungsfirma
Mercer in den USA unter rund 1.000 CEOs, wonach 99 Prozent Einschnitte beim
Personal aufgrund von Künstlicher Intelligenz erwarten. Die befragten
Firmenchefs schätzen, dass derzeit etwa die Hälfte der Arbeitsleistung in ihren
Unternehmen ausschließlich von Personal ohne KI-Unterstützung erbracht wird. In
den kommenden Jahren soll dieser Anteil nach KI-Einführung und dem damit
verbundenen Personalabbau auf etwa 35 Prozent sinken. "Zwei Drittel der
Arbeitsplätze, die nicht der Rationalisierung zum Opfer fallen, werden mit
Künstlicher Intelligenz ausgestattet", fasst Harald Müller zusammen. Er
befürchtet: "Wir werden eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland erleben."
Steigende Angst vor Arbeitsplatzverlust durch KI
Laut "Global Talent Trends 2026"-Report, für den rund 12.000 Teilnehmer befragt
wurden, darunter nicht nur CEOs, sondern auch personalverantwortliche
Beschäftigte, steigt die Angst vor der KI-Krise. Während sich 2024 noch 28
Prozent der Beschäftigten durch Künstliche Intelligenz bedroht fühlten, sind es
inzwischen 40 Prozent.
"Der Angstfaktor wird in den Firmen völlig unterschätzt", hat Harald Müller in
Gesprächen mit zahlreichen Personalverantwortlichen festgestellt. Er erläutert
die Zusammenhänge: "Wir stellen zusehends einen passiven Widerstand gegen KI in
den Belegschaften fest, weil sie befürchten, sich selbst wegzurationalisieren.
Diese Unsicherheit führt dazu, dass KI-Projekte häufig nicht an der Technik
scheitern, sondern an fehlender Akzeptanz innerhalb der Arbeitnehmerschaft.
Transparente Kommunikation, betriebliche Qualifizierungsoffensiven und die
aktive Einbindung der Betroffenen stellen entscheidende Voraussetzungen für eine
erfolgreiche KI-Transformation dar."
"Spagat zwischen demografischem Faktor, Fachkräftemangel und KI"
BWA-Geschäftsführer Harald Müller appelliert an Politik und Gewerkschaften, den
Wandel der Arbeitswelt durch Künstliche Intelligenz aktiv mitzugestalten und
nicht allein der Wirtschaft zu überlassen. "Die absehbaren Auswirkungen auf den
Arbeitsmarkt werden gewaltig sein und bedürfen einer politischen Antwort", sagt
der Chef der Bonner Wirtschafts-Akademie. Den Gewerkschaften empfiehlt er, sich
in die KI-Transformation zukunftsgewandt zu involvieren. "Eine bloße
Abwehrhaltung wird nicht zum Erfolg führen", mahnt Harald Müller, und begründet:
"Eine verzögerte KI-Einführung in der deutschen Wirtschaft wird letztlich die
Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen beeinträchtigen und am Ende zu
noch höheren Arbeitsplatzverlusten führen."
Vielmehr gelte es, den "Spagat zwischen demografischem Wandel und KI-Einführung
hinzukriegen." Konkret: "Wenn die Baby Boomer in Rente gehen und der
Fachkräftemangel weiter zunimmt, eröffnet Künstliche Intelligenz die Chance,
diesen Verlust an Arbeitskraft auszugleichen, ohne Produktivität zu verlieren."
Harald Müller gibt zu bedenken, dass bis 2036 voraussichtlich beinahe 20
Millionen Beschäftigte der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben
ausscheiden werden. Gleichzeitig rückten schätzungsweise nur etwa 12 Millionen
jüngere Arbeitskräfte nach. Er sagt: "KI kann helfen, diese Lücke
auszugleichen." Allerdings würden vor allem die hohen Energiekosten in
Deutschland zu einer verstärkten Abwanderung des Produzierenden Gewerbes ins
Ausland führen, die von der KI-Entwicklung nicht kompensiert werden kann,
sondern im Gegenteil in ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verstärkt werde,
weist der BWA-Geschäftsführer auf die Zusammenhänge zwischen Energie- und
KI-Krise hin. "Der Arbeitsmarkt steht im Feuer", sagt er, "und das ist erst der
Anfang."
Humanoide KI-Roboter auf dem Vormarsch
Eine aktuelle Studie der Bonner Wirtschafts-Akademie gemeinsam mit der
Gewerkschaft IGBCE kommt zu dem Schluss, dass die sogenannte "Physical AI" (KI
in der realen Welt) auf dem Vormarsch ist. Darunter versteht man humanoide
Roboter, die viele körperliche Arbeiten übernehmen könnten.
Laut Umfrage gehen 62 Prozent der Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter davon
aus, dass in Zukunft humanoide KI-Roboter, also dem Menschen nachkonstruierte
und mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschinen, selbstständig
betriebliche Aufgaben planen und ausführen können. Mehr als ein Drittel (36
Prozent) der Befragten erwarten diese Entwicklung innerhalb der nächsten zehn
Jahre.
Die BWA Akademie ("Consulting, Coaching, Careers") ist seit über 25 Jahren unter
der Geschäftsführung von Harald Müller und Astrid Orthmann als Spezialist für
Personalentwicklung, Outplacement, Personalberatung und Training sowie für
Arbeitsmarktprogramme wie Beschäftigtentransfer erfolgreich. Die BWA versteht
sich als neutraler Vermittler zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zum
Vorteil der Arbeitnehmer. Mit Hilfe der BWA haben mehr als zehntausend
Arbeitnehmer eine neue berufliche Zukunft gefunden. Das Spektrum reicht von der
Begleitung von Change Management-Prozessen über Vermittlung und Coaching von
Führungskräften bis hin zur Unterstützung bei der Gründung eines eigenen
Unternehmens. Harald Müller und Astrid Orthmann sind Mitglieder im Diplomatic
Council, einem Think Tank mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.
BWA-Gründer Harald Müller ist zudem Beiratsmitglied der Stiftung "Bildung und
Beschäftigung", die sich für die sozialverträgliche Bewältigung des
wirtschaftlichen Strukturwandels einsetzt.
Weitere Informationen:
BWA Akademie, Burgstraße 81, 53177 Bonn,
Tel.: 0228/323005-0, E-Mail: mailto:info@bwabonn.de,
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OTS: BWA Akademie
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