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Osnabrück (ots) - Angesichts eines deutlichen Anstiegs auf mehr als 770.000
hilfsbedürftige Senioren in Deutschland warnt die BSW-Vorsitzende Sahra
Wagenknecht vor gesellschaftlichen Folgen der aktuellen Armutsentwicklung.
"Schon heute sind viele betroffen, aber Altersarmut ist vor allem eine tickende
Zeitbombe in der Gesellschaft", sagte Wagenknecht im Gespräch mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (noz). Aktuellen Daten zufolge bezogen im März 2026 genau
771.275 Rentnerinnen und Rentner Sozialhilfe im Alter, was einer Zunahme von
fast 180.000 Personen innerhalb von vier Jahren entspricht.
Besonders dramatisch ist die kurzfristige Dynamik: Allein im Vergleich zum
Vorjahr stieg die Zahl der Bezieher um fast 30.000 an, wobei deutlich mehr
Frauen als Männer auf die Hilfe angewiesen sind. "Und heute müssen schon so
viele Rentner wie noch nie zum Sozialamt", kommentierte Wagenknecht gegenüber
noz die Entwicklung.
Zudem wies die Parteichefin darauf hin, dass die offizielle Statistik die wahre
Größenordnung der Bedürftigkeit nicht komplett abbilde. "Die Zahlen sind aber
nur die Spitze des Eisbergs", betonte Wagenknecht und erklärte weiter: "Viele
Rentner beantragen aus Scham keine Hilfe oder liegen nur knapp darüber."
Die Hauptursache für die rasant steigenden Quoten in der Grundsicherung sieht
sie im deutschen System. "Mit dem aktuellen Rentensystem, das deutlich geringere
Renten auszahlt als im europäischen Durchschnitt, ist Altersarmut
vorprogrammiert", kritisierte sie.
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