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Ankara/Bonn (ots) - Lettlands Präsident Edgars Rinkevics forderte am Rande des
NATO-Gipfels im Interview mit dem Fernsehsender phoenix die Einheit des
Militärbündnisses und äußerte Verständnis für die Forderung von US-Präsident
Donald Trump nach mehr europäischer Verantwortung. Der US-Präsident habe recht,
was die Verteidigungsausgaben angehe und auch, dass Europa nicht genügend getan
habe. Dennoch müsse man nun eine Grundlage finden. "Wir müssen zusammenhalten",
so Rinkevics.
Dass Europa mehr Verantwortung übernehmen müsse, wurde laut Rinkevics schon
häufig auf europäischer Ebene angesprochen, bislang habe es jedoch "große
Ankündigungen, aber wenig Taten" gegeben. Rinkevics weiter: "Ich denke, uns ist
mittlerweile allen klar, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr bereit sind,
die gesamten Verteidigungsausgaben und militärischen Fähigkeiten zu finanzieren.
Wir müssen unsere eigenen aufbauen. Aber das braucht Zeit. Es braucht sehr viel
Zeit."
Lettland selbst sei ein kleines Land, investiere jedoch bereits fünf Prozent
seines BIP in die Verteidigung. Dennoch müsse man Rüstungsgüter einkaufen, wofür
die Industrie klare Investitionssignale brauche. Acht NATO-Mitglieder
unterstützen die Idee der Gründung einer Defence, Security and Resilience Bank,
um die Finanzierung für die Rüstungsindustrie langfristig zu sichern. Die
Industrie benötige jetzt verlässliche Zusagen, fordert der lettische Präsident.
Vertreter der baltischen Staaten haben den deutschen Bundeskanzler Merz letzte
Woche in Berlin getroffen, um den Gipfel vorzubereiten. Wenn Einheit, die
Verbesserung der Verteidigungsfähigkeiten sowie die weitere Unterstützung der
Ukraine erreicht werden könnten, dann könne man von einem Erfolg des
Bündnistreffens sprechen, so Rinkevics.
Das ganze Interview mit deutscher Übersetzung sehen Sie hier:
https://phoenix.de/s/5cA
Die englische Originalversion sehen Sie hier: https://phoenix.de/s/Zq5
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