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München (ots) - Nach dreieinhalb Jahren intensiver Entwicklungs-, Erprobungs-
und Forschungsarbeit wurde das Modellvorhaben "Pflege 2030" am 8. Juli 2026 mit
einer Abschlussveranstaltung in der Pflegeeinrichtung Korian Haus Karlsfeld im
Landkreis Dachau feierlich beendet. Gleichzeitig stellten die Projektpartner ein
modulares Praxishandbuch vor, das die zentralen Erkenntnisse des Projekts
bündelt und stationären Pflegeeinrichtungen als praxisnahe Orientierung für die
Umsetzung von Personalbemessung, Digitalisierung und Organisationsentwicklung
dienen soll.
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von über 4 Millionen Euro und wurde vom
Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium mit 3,1 Mio. Euro gefördert.
Initiiert wurde es von der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern und
gemeinsam mit der Korian Deutschland GmbH, der Universität Bremen sowie dem
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen, durchgeführt. In
der Korian Modelleinrichtung in Karlsfeld wurden seit Ende 2022 neue
Organisationsstrukturen, digitale Technologien und zusätzliche
Personalressourcen auf Basis des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM) unter
realen Bedingungen eingeführt, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Ziel
des Projekts war es, Antworten auf die zentrale Frage zu finden, wie stationäre
Pflege angesichts des demografischen Wandels, steigender Pflegebedarfe und des
anhaltenden Fachkräftemangels zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Das nun veröffentlichte Praxishandbuch dokumentiert die gewonnenen Erkenntnisse,
beschreibt erprobte Vorgehensweisen und zeigt auf, wie Digitalisierung,
Personalbemessung und moderne Organisationsentwicklung erfolgreich miteinander
verzahnt werden können. Sie richtet sich an Pflegeeinrichtungen aller
Trägerformen und soll als flexibel anpassbare Blaupause für Veränderungsprozesse
dienen.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte: "Mit Pflege
2030 ist es gelungen, Wissenschaft, Praxis und Technologie zusammenzubringen und
konkrete, praxistaugliche Lösungen für die stationäre Langzeitpflege zu
entwickeln. Mit dem entwickelten Praxishandbuch machen wir die Erfahrungen aus
diesem Projekt allen Interessierten zugänglich. Es dient als Blaupause für die
Umsetzung in den Pflegeeinrichtungen, denn die hier dokumentierten Erfahrungen
sind das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften,
Leitungspersonen, Wissenschaft und Technikentwicklern."
Elisabeth Scharfenberg, Vorständin der Korian Stiftung für Pflege und
würdevolles Altern, hob hervor: "Pflege 2030 war von Anfang an mehr als ein
Projekt. Es war der Versuch, Pflege aus dem dauerhaften Reaktionsmodus
herauszuführen und Strukturen zu schaffen, die Verantwortung klarer ordnen und
Mitarbeitende nachhaltig entlasten. Besonders beeindruckt hat mich die
Bereitschaft der Mitarbeitenden, Gewohntes zu hinterfragen und Veränderung aktiv
mitzugestalten. Das Praxishandbuch soll Einrichtungen Mut machen,
Pflegeorganisation neu zu denken."
Im Verlauf des Projekts wurden technologische Innovationen gemeinsam mit dem
Team ausgewählt, eingeführt und auf ihre tatsächliche Wirkung für Mitarbeitende
und Bewohnerinnen und Bewohner überprüft. "Technologie entfaltet ihren Mehrwert
erst dann, wenn sie sich an den tatsächlichen Bedürfnissen von Pflegekräften
orientiert. Pflege 2030 hat gezeigt, wie nutzerzentrierte Innovationen echte
Entlastung schaffen und den Transfer von Forschung in die Praxis ermöglichen ,"
erklärte PD Dr.-Ing. Thomas Wittenberg, Fraunhofer-Institut für Integrierte
Schaltungen IIS, Erlangen.
Gleichzeitig wurden neue Rollen- und Prozessmodelle entwickelt, die sich an den
Anforderungen des Personalbemessungsverfahrens orientieren und eine
kompetenzgerechte Aufgabenverteilung ermöglichen. Dazu Prof. Dr. Heinz Rothgang,
Universität Bremen: "Es hat sich gezeigt, dass die Verbindung aus
kompetenzorientierter Personalorganisation und digitaler Unterstützung ein
wirksamer Weg sein kann, um Pflegequalität zu stärken und Mitarbeitende
nachhaltig zu entlasten."
Die Projektpartner sehen in den Ergebnissen von Pflege 2030 einen wichtigen
Beitrag zur Weiterentwicklung der stationären Langzeitpflege in Deutschland.
Christian Gharieb, CEO der Korian Deutschland GmbH, betonte: "Die
Herausforderungen der Pflege lassen sich nicht durch Einzelmaßnahmen lösen.
Entlastung entsteht dort, wo Arbeitsorganisation, Kompetenzverteilung, Prozesse
und technologische Unterstützung konsequent zusammengedacht werden. Das
Praxishandbuch dokumentiert keine theoretischen Zielbilder, sondern erprobte und
wissenschaftlich begleitete Ergebnisse. Für uns als Träger ist dieses Projekt
deshalb weit mehr als ein Innovationsvorhaben: Es ist ein struktureller Beitrag
zur Zukunftsfähigkeit der Pflege."
Das Praxishandbuch Pflege 2030 steht ab sofort interessierten Einrichtungen,
Trägern und der Fachöffentlichkeit kostenfrei zum Download zur Verfügung unter
http://www.korian-stiftung.de/pflege2030 .
Über die Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern
Die 2020 gegründete gemeinnützige Korian Stiftung für Pflege und würdevolles
Altern hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der Altenpflege und des
Gesundheitswesens zu fördern, ebenso wie Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie
Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Pflege und Medizin. Im Fokus
stehen dabei alle in der Pflege tätigen Personen, für die Angebote entwickelt
werden, die ihre körperliche wie mentale Gesundheit stärken. Auf diese Weise
werden auch Pflegebedürftige mitbedacht. Würde, Anerkennung und Respekt für alle
Seiten - das ist das ganzheitliche Motto der Stiftung.
Über Korian, Mitglied der europäischen Clariane Familie
Als Unternehmen mit gesellschaftlichem Auftrag ist Clariane der führende
europäische Anbieter für Pflege, medizinische Versorgung und Betreuung zu Hause.
70.000 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich dafür ein,
Menschen in Zeiten der Verletzlichkeit mit Respekt und Wertschätzung zu
begleiten - so nah wie möglich an ihrem Zuhause und an dem Gefühl, zu Hause zu
sein. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite unter
http://www.korian.de/ .
Kontakt Korian Stiftung:
Elisabeth Scharfenberg
mailto:elisabeth.scharfenberg@korian-stiftung.de
Tel.: 089 - 24 20 65 - 280
http://www.korian-stiftung.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/156472/6310904
OTS: Korian Stiftung
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