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Nürnberg (ots) - Der demografische Wandel verändert den deutschen Arbeitsmarkt
grundlegend. Die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften trägt maßgeblich dazu
bei, die Folgen dieser Entwicklung abzufedern. Das Beschäftigungswachstum wird
seit 2024 ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen, während sich
die Beschäftigungsentwicklung deutscher Staatsangehöriger infolge der
demografischen Alterung zunehmend abschwächt.
Immer mehr Menschen scheiden altersbedingt aus dem Erwerbsleben aus, während
deutlich weniger junge Menschen nachrücken. Dadurch gewinnt die Zuwanderung von
Arbeits- und Fachkräften für die Beschäftigungsentwicklung und die
Fachkräftesicherung weiter an Bedeutung.
"Die Demografie verändert den Arbeitsmarkt. Die Zahl der deutschen und
EU-Beschäftigten sinkt bereits. Vor allem Beschäftigte aus Drittstaaten
stabilisieren den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen. Wir brauchen
Erwerbsmigration, damit Deutschlands Arbeitsmarkt weiter funktioniert" sagt
Vanessa Ahuja, Vorständin Leistungen und Internationales der Bundesagentur für
Arbeit.
Erwerbsbevölkerung würde ohne Zuwanderung deutlich sinken
Wie stark sich die Beschäftigungsentwicklung verändert hat, zeigt ein Blick auf
die vergangenen zehn Jahre. Zwischen 2014 und 2024 ist die Zahl der Menschen im
erwerbsfähigen Alter mit deutscher Staatsangehörigkeit um rund 3,9 Millionen
zurückgegangen. Gleichzeitig nahm die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mit
ausländischer Staatsangehörigkeit um rund 3,4 Millionen zu. Ohne Zuwanderung
wäre das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland also bereits deutlich
geschrumpft.
Ausländische Beschäftigte tragen Beschäftigungswachstum
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider. Zwischen Juni
2014 und Juni 2025 wurde der Beschäftigungsaufbau überwiegend von ausländischen
Beschäftigten getragen. 43 Prozent des Beschäftigungswachstums entfielen auf
Staatsangehörige aus Drittstaaten - rund ein Drittel davon kommen aus den acht
Asylherkunftsländern, weitere 26 Prozent auf Beschäftigte aus den
Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums sowie der Schweiz. Rund ein
Drittel des Beschäftigungszuwachses wurde von deutschen Beschäftigten getragen.
"Diese Entwicklung ist auch auf eine gelingende Arbeitsmarktintegration
zurückzuführen. Geflüchtete haben maßgeblich zum Beschäftigungswachstum
beigetragen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den
Hauptfluchtländern hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als
verdoppelt. Die Fortschritte der vergangenen Jahre zeigen das vorhandene
Potenzial und das müssen wir weiter gemeinsam erschließen. Denn es ist eine
Investition in gesellschaftlichen Zusammenhalt, wirtschaftliche Teilhabe und die
Zukunft unseres Arbeitsmarktes", sagt Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der
Bundesagentur für Arbeit.
Steigende Erwerbsbeteiligung stärkt Beschäftigungsaufbau
Neben der Zuwanderung hat auch die steigende Erwerbsbeteiligung zur positiven
Beschäftigungsentwicklung beigetragen. Sowohl bei deutschen als auch bei
ausländischen Staatsangehörigen ist die Beschäftigungsquote in den vergangenen
Jahren gestiegen. Gleichzeitig konzentrieren sich Beschäftigungszuwächse
deutscher Staatsangehöriger aufgrund der Alterung der Bevölkerung zunehmend auf
ältere Altersgruppen. Jüngere Beschäftigtenjahrgänge werden dagegen immer
stärker durch Zuwanderung geprägt.
Zuwanderung sichert Fachkräfte in vielen Berufen
Zuwanderung trägt zudem dazu bei, den Arbeitskräftebedarf in vielen Berufen zu
decken. Während deutsche Beschäftigte insbesondere in hochqualifizierten
Tätigkeiten Zuwächse verzeichnen, gleichen ausländische Beschäftigte Rückgänge
bei Helfer- und Fachkrafttätigkeiten zumindest teilweise aus. Ihr Anteil an den
Beschäftigten in Engpassberufen hat sich seit 2014 von sieben auf rund 14
Prozent verdoppelt.
Auch regional zeigt sich die wachsende Bedeutung der Zuwanderung. In
Westdeutschland tragen deutsche und ausländische Beschäftigte gemeinsam zum
Beschäftigungsaufbau bei. In vielen ostdeutschen Regionen gehen die
Beschäftigungszuwächse dagegen nahezu ausschließlich auf ausländische
Beschäftigte zurück und gleichen dort die Folgen des demografischen Wandels
zumindest teilweise aus.
Die konjunkturelle Schwäche hat das Beschäftigungswachstum zwar verlangsamt,
insbesondere im Produzierenden Gewerbe. Langfristig bleibt jedoch der
demografische Wandel prägend. Zuwanderung wird deshalb auch künftig für die
Beschäftigungsentwicklung und Fachkräftesicherung von großer Bedeutung sein.
Weitere Informationen im Blickpunkt Arbeitsmarkt: Zunehmende Bedeutung der
Zuwanderung für die Beschäftigungsentwicklung (https://statistik.arbeitsagentur.
de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Migration/Personen-nach-Sta
atsangehoerigkeiten/Generische-Publikationen/Zunehmende-Bedeutung-der-Zuwanderun
g-fuer-Beschaeftigungsentwicklung.pdf?__blob=publicationFile&v=2)
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