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Sachsen-Anhalt/Wirtschaft/Chemie (ots) - Halle. Die Stilllegung des Chemiewerks
von Leuna Polyamid könnte das Land Sachsen-Anhalt weitere Millionen kosten. Das
Landesverwaltungsamt hat nach eigenen Angaben die Kosten eines sicheren Abfahr-
und Sicherungsprozesses des insolventen Chemiebetriebs gutachterlich bewerten
lassen. Das Ergebnis: Die voraussichtlichen Kosten werden auf 30 Millionen Euro
geschätzt. "Eine solche Kostenschätzung ist für die Gefahrenabwehr
erforderlich", teilte die Behörde der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen
Zeitung (Dienstag-Ausgabe) mit.
Das insolvente Unternehmen mit 440 Mitarbeitern hatte in der vergangenen Woche
bekannt gegeben, dass die Investorensuche gescheitert ist. Nach Angaben von
Geschäftsführer Martin Naundorf wurde der Prozess der Stilllegung eingeleitet.
Die Anlagen am Standort Leuna bilden laut Verwaltungsamt einen hochkomplexen
Stoffverbund mit störfallrelevanten Stoffen. Ein sicheres Herunterfahren könne
deshalb nicht kurzfristig oder ungeordnet erfolgen, sondern erfordere einen
technisch anspruchsvollen und über Wochen beziehungsweise Monate laufenden
Prozess. "Sollte ein Betreiber aus tatsächlichen Gründen nicht mehr in der Lage
sein, die erforderlichen Maßnahmen selbst durchzuführen, muss die zuständige
Behörde in der Lage sein, die Gefahrenabwehr durch eine Ersatzvornahme
sicherzustellen", teilte das Verwaltungsamt weiter mit.
Am 1. Oktober 2026 wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Das Unternehmen
befindet sich in finanzieller Schieflage und dürfte kaum in der Lage sein,
Millionen für die Stilllegung auszugeben.
Das Land Sachsen-Anhalt hatte zu Jahresbeginn bereits den Notbetrieb der Anlagen
mit knapp 80 Millionen Euro gesichert. Das Unternehmen Domo meldete Ende 2025
Insolvenz an. Das Land musste zur Gefahrenabwehr einspringen. Am 1. April 2026
übernahm die Auffanggesellschaft Leuna Polyamid den Betrieb. Doch das
Unternehmen musste aufgrund stark gestiegener Rohstoffpreise nach zweieinhalb
Monaten Insolvenz anmelden.
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Marc Rath
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