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Verl (ots) - Der DAX erreichte Mitte August ein neues Rekordhoch von mehr als
26.450 Punkten. Gleichzeitig zeigt sich an den Märkten ein zunehmend
differenziertes Bild: Anleger schauen wieder stärker auf Bewertungen, Gewinne
und Geschäftsmodelle, statt jeden bisherigen Börsenfavoriten gleichermaßen nach
oben zu treiben. Damit stellt sich die Frage, ob Kapital gerade neu verteilt
wird - und andere Branchen und Unternehmen die Gewinner der kommenden
Börsenphase werden.
An der Börse wechseln die Favoriten häufig genau dann, wenn sich Anleger an die
bisherigen Gewinner gewöhnt haben. Wer ausschließlich den Aktien hinterherläuft,
die in den vergangenen Jahren funktioniert haben, kann den nächsten großen Trend
verpassen. Nachfolgend erfahren Sie, welche Signale aktuell für einen
Favoritenwechsel sprechen, welche Branchen von einer Rotation profitieren
könnten und wie Anleger erkennen, wann es sinnvoll ist, ihr Depot neu
auszurichten.
Der Rekordstand zeigt nur einen Teil des Marktes
Ein steigender DAX bedeutet nicht, dass sich sämtliche darin enthaltenen Aktien
oder andere Bereiche des Marktes gleichermaßen positiv entwickeln. Während der
deutsche Leitindex neue Höchststände erreichte, gerieten zeitweise gerade
Technologie-, Halbleiter- und KI-Werte unter Druck. Andere Segmente konnten sich
dagegen deutlich besser behaupten.
Eine solche Entwicklung kann auf eine sogenannte Sektorrotation hindeuten. Dabei
ziehen sich Anleger nicht zwangsläufig aus dem Aktienmarkt zurück, sondern
verlagern Kapital von einem Bereich in einen anderen. Entscheidend ist deshalb
weniger der Stand eines einzelnen Index als die Frage, welche Branchen und
Unternehmen ihn nach oben tragen.
Dass bisherige Gewinner schwächer werden, ist dabei nicht ungewöhnlich.
Technologieaktien profitierten in den vergangenen Jahren stark von Themen wie
künstlicher Intelligenz, Cloud-Anwendungen, Halbleitern und dem Ausbau von
Rechenzentren. Mit steigenden Kursen wachsen allerdings auch die Erwartungen.
Selbst gute Geschäftszahlen reichen dann mitunter nicht mehr aus. Erzielt ein
Unternehmen beispielsweise ein Gewinnwachstum von 20 Prozent, während der Markt
mit 25 Prozent gerechnet hat, kann der Kurs trotz eines grundsätzlich positiven
Ergebnisses fallen. Je mehr zukünftiges Wachstum bereits eingepreist ist, desto
schwieriger wird es, die Erwartungen dauerhaft zu übertreffen.
Schwäche bei Tech bedeutet nicht das Ende des Sektors
Aus den jüngsten Kursbewegungen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass
Technologieaktien grundsätzlich an Attraktivität verlieren. Auch innerhalb eines
Sektors entwickeln sich einzelne Unternehmen und Teilbereiche unterschiedlich.
Während manche Werte unter Verkaufsdruck geraten, kann bei anderen bereits
wieder Nachfrage entstehen.
Pauschale Schlussfolgerungen wie "Tech ist vorbei" greifen deshalb ebenso zu
kurz wie die Annahme, dass nun automatisch Industrie-, Finanz-, Gesundheits-
oder Rüstungswerte die Führung übernehmen. Ob tatsächlich ein nachhaltiger
Favoritenwechsel stattfindet, zeigt sich erst mit der Zeit.
Anleger müssen dafür nicht vorhersagen, welche Branche in einem Jahr an der
Spitze stehen wird. Aussagekräftiger ist es, zu beobachten, wo sich bereits eine
neue Marktführerschaft entwickelt. Ein wichtiges Signal liefert die relative
Stärke: Entwickelt sich eine Branche über einen längeren Zeitraum besser als der
Gesamtmarkt, erreichen mehrere Unternehmen neue Hochs und werden
zwischenzeitliche Rücksetzer regelmäßig gekauft, kann dies auf einen stabilen
Aufwärtstrend hindeuten.
Auch das Momentum spielt dabei eine Rolle. Ein deutlich gestiegener Kurs macht
eine Aktie nicht automatisch teuer, genauso wenig ist ein stark gefallener Titel
allein deshalb günstig. Trends können länger anhalten, als Anleger erwarten.
Deshalb lohnt sich der Vergleich: Welche Märkte entwickeln sich besonders
stabil, welche Branchen schlagen den Gesamtmarkt und welche Unternehmen gehören
innerhalb dieser Bereiche zu den stärksten?
Ein Favoritenwechsel verlangt keinen hektischen Depotumbau
Gerade in einer solchen Marktphase droht jedoch ein anderer Fehler: Anleger
verkaufen die bisherigen Gewinner vorschnell und wechseln in die nächste
Branche, die gerade Stärke zeigt. Aus einer möglichen Sektorrotation wird dann
ein ständiges Hinterherlaufen hinter kurzfristigen Kursbewegungen.
Sinnvoller ist ein regelbasierter Ansatz. Nicht jede Schwächephase eines
bisherigen Favoriten rechtfertigt einen Verkauf, und nicht jeder Kursanstieg in
einem anderen Sektor ist bereits ein neuer langfristiger Trend. Neben der
Kursentwicklung sollten daher auch das persönliche Anlageziel, die
Risikobereitschaft und die Diversifikation des Depots berücksichtigt werden.
Vor allem braucht es Kriterien dafür, wann tatsächlich gehandelt wird. Dazu
können bestätigte Trends, eine anhaltende relative Stärke gegenüber dem
Gesamtmarkt oder klare Veränderungen des Momentums gehören. Solange diese
Signale fehlen, kann Beobachten die bessere Entscheidung sein.
Entscheidend ist, wohin das Kapital tatsächlich fließt
Ob die derzeitige Schwäche einzelner Technologieaktien tatsächlich den Beginn
eines größeren Favoritenwechsels markiert, lässt sich noch nicht abschließend
beurteilen. Ebenso möglich ist eine vorübergehende Korrektur nach den starken
Kursanstiegen der vergangenen Jahre. Gerade deshalb sollten Anleger nicht
versuchen, jede Bewegung vorwegzunehmen.
Denn Marktführerschaft verändert sich immer wieder. Bewertungen steigen oder
fallen, Gewinnerwartungen werden angepasst, Zinsen verändern die
Rahmenbedingungen und neue Geschäftsmodelle gewinnen an Bedeutung. Dadurch
verschiebt sich auch, welchen Unternehmen Anleger künftig höhere Bewertungen
zugestehen.
Wer ausschließlich an den Gewinnern der Vergangenheit festhält, kann solche
Veränderungen übersehen. Gleichzeitig wäre es falsch, allein aufgrund aktueller
Schlagzeilen die Strategie zu wechseln. Das neue DAX-Rekordhoch liefert deshalb
vor allem einen Anlass, genauer unter die Oberfläche des Marktes zu schauen:
Nicht allein die Höhe eines Index ist entscheidend, sondern welche Aktien und
Branchen seine Entwicklung tragen.
Über Mario Lüddemann:
Mario Lüddemann ist Geschäftsführer der Lüddemann Investments GmbH. Er hat 30
Jahre Berufserfahrung als Trader und bereits über 65.000 Transaktionen
durchgeführt. 2020 und 2021 wurde er als "Trader des Jahres" ausgezeichnet. Er
und sein Team bei Lüddemann Investments bieten Interessenten Weiterbildungen für
Investment oder Trading an. Sein Ziel: Vermögen selbstbestimmt und unabhängig
von Banken und Versicherungen aufzubauen. Mehr Informationen unter:
https://mariolueddemann.com/
Pressekontakt:
Lüddemann Investments GmbH
Geschäftsführer: Mario Lüddemann
E-Mail: mailto:info@mariolueddemann.com
Website: https://mariolueddemann.com/
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OTS: Lüddemann Investments GmbH
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