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DAX auf Rekordhoch, Tech-Aktien unter Druck - erleben wir gerade den großen Favoritenwechsel an der Börse? (FOTO)

16.09.2026 11:45 Uhr Lüddemann Investments GmbH

Verl (ots) - Der DAX erreichte Mitte August ein neues Rekordhoch von mehr als 26.450 Punkten. Gleichzeitig zeigt sich an den Märkten ein zunehmend differenziertes Bild: Anleger schauen wieder stärker auf Bewertungen, Gewinne und Geschäftsmodelle, statt jeden bisherigen Börsenfavoriten gleichermaßen nach oben zu treiben. Damit stellt sich die Frage, ob Kapital gerade neu verteilt wird - und andere Branchen und Unternehmen die Gewinner der kommenden Börsenphase werden.

An der Börse wechseln die Favoriten häufig genau dann, wenn sich Anleger an die bisherigen Gewinner gewöhnt haben. Wer ausschließlich den Aktien hinterherläuft, die in den vergangenen Jahren funktioniert haben, kann den nächsten großen Trend verpassen. Nachfolgend erfahren Sie, welche Signale aktuell für einen Favoritenwechsel sprechen, welche Branchen von einer Rotation profitieren könnten und wie Anleger erkennen, wann es sinnvoll ist, ihr Depot neu auszurichten.

Der Rekordstand zeigt nur einen Teil des Marktes

Ein steigender DAX bedeutet nicht, dass sich sämtliche darin enthaltenen Aktien oder andere Bereiche des Marktes gleichermaßen positiv entwickeln. Während der deutsche Leitindex neue Höchststände erreichte, gerieten zeitweise gerade Technologie-, Halbleiter- und KI-Werte unter Druck. Andere Segmente konnten sich dagegen deutlich besser behaupten.

Eine solche Entwicklung kann auf eine sogenannte Sektorrotation hindeuten. Dabei ziehen sich Anleger nicht zwangsläufig aus dem Aktienmarkt zurück, sondern verlagern Kapital von einem Bereich in einen anderen. Entscheidend ist deshalb weniger der Stand eines einzelnen Index als die Frage, welche Branchen und Unternehmen ihn nach oben tragen.

Dass bisherige Gewinner schwächer werden, ist dabei nicht ungewöhnlich. Technologieaktien profitierten in den vergangenen Jahren stark von Themen wie künstlicher Intelligenz, Cloud-Anwendungen, Halbleitern und dem Ausbau von Rechenzentren. Mit steigenden Kursen wachsen allerdings auch die Erwartungen.

Selbst gute Geschäftszahlen reichen dann mitunter nicht mehr aus. Erzielt ein Unternehmen beispielsweise ein Gewinnwachstum von 20 Prozent, während der Markt mit 25 Prozent gerechnet hat, kann der Kurs trotz eines grundsätzlich positiven Ergebnisses fallen. Je mehr zukünftiges Wachstum bereits eingepreist ist, desto schwieriger wird es, die Erwartungen dauerhaft zu übertreffen.

Schwäche bei Tech bedeutet nicht das Ende des Sektors

Aus den jüngsten Kursbewegungen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Technologieaktien grundsätzlich an Attraktivität verlieren. Auch innerhalb eines Sektors entwickeln sich einzelne Unternehmen und Teilbereiche unterschiedlich. Während manche Werte unter Verkaufsdruck geraten, kann bei anderen bereits wieder Nachfrage entstehen.

Pauschale Schlussfolgerungen wie "Tech ist vorbei" greifen deshalb ebenso zu kurz wie die Annahme, dass nun automatisch Industrie-, Finanz-, Gesundheits- oder Rüstungswerte die Führung übernehmen. Ob tatsächlich ein nachhaltiger Favoritenwechsel stattfindet, zeigt sich erst mit der Zeit.

Anleger müssen dafür nicht vorhersagen, welche Branche in einem Jahr an der Spitze stehen wird. Aussagekräftiger ist es, zu beobachten, wo sich bereits eine neue Marktführerschaft entwickelt. Ein wichtiges Signal liefert die relative Stärke: Entwickelt sich eine Branche über einen längeren Zeitraum besser als der Gesamtmarkt, erreichen mehrere Unternehmen neue Hochs und werden zwischenzeitliche Rücksetzer regelmäßig gekauft, kann dies auf einen stabilen Aufwärtstrend hindeuten.

Auch das Momentum spielt dabei eine Rolle. Ein deutlich gestiegener Kurs macht eine Aktie nicht automatisch teuer, genauso wenig ist ein stark gefallener Titel allein deshalb günstig. Trends können länger anhalten, als Anleger erwarten. Deshalb lohnt sich der Vergleich: Welche Märkte entwickeln sich besonders stabil, welche Branchen schlagen den Gesamtmarkt und welche Unternehmen gehören innerhalb dieser Bereiche zu den stärksten?

Ein Favoritenwechsel verlangt keinen hektischen Depotumbau

Gerade in einer solchen Marktphase droht jedoch ein anderer Fehler: Anleger verkaufen die bisherigen Gewinner vorschnell und wechseln in die nächste Branche, die gerade Stärke zeigt. Aus einer möglichen Sektorrotation wird dann ein ständiges Hinterherlaufen hinter kurzfristigen Kursbewegungen.

Sinnvoller ist ein regelbasierter Ansatz. Nicht jede Schwächephase eines bisherigen Favoriten rechtfertigt einen Verkauf, und nicht jeder Kursanstieg in einem anderen Sektor ist bereits ein neuer langfristiger Trend. Neben der Kursentwicklung sollten daher auch das persönliche Anlageziel, die Risikobereitschaft und die Diversifikation des Depots berücksichtigt werden.

Vor allem braucht es Kriterien dafür, wann tatsächlich gehandelt wird. Dazu können bestätigte Trends, eine anhaltende relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt oder klare Veränderungen des Momentums gehören. Solange diese Signale fehlen, kann Beobachten die bessere Entscheidung sein.

Entscheidend ist, wohin das Kapital tatsächlich fließt

Ob die derzeitige Schwäche einzelner Technologieaktien tatsächlich den Beginn eines größeren Favoritenwechsels markiert, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Ebenso möglich ist eine vorübergehende Korrektur nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Jahre. Gerade deshalb sollten Anleger nicht versuchen, jede Bewegung vorwegzunehmen.

Denn Marktführerschaft verändert sich immer wieder. Bewertungen steigen oder fallen, Gewinnerwartungen werden angepasst, Zinsen verändern die Rahmenbedingungen und neue Geschäftsmodelle gewinnen an Bedeutung. Dadurch verschiebt sich auch, welchen Unternehmen Anleger künftig höhere Bewertungen zugestehen.

Wer ausschließlich an den Gewinnern der Vergangenheit festhält, kann solche Veränderungen übersehen. Gleichzeitig wäre es falsch, allein aufgrund aktueller Schlagzeilen die Strategie zu wechseln. Das neue DAX-Rekordhoch liefert deshalb vor allem einen Anlass, genauer unter die Oberfläche des Marktes zu schauen: Nicht allein die Höhe eines Index ist entscheidend, sondern welche Aktien und Branchen seine Entwicklung tragen.

Über Mario Lüddemann:

Mario Lüddemann ist Geschäftsführer der Lüddemann Investments GmbH. Er hat 30 Jahre Berufserfahrung als Trader und bereits über 65.000 Transaktionen durchgeführt. 2020 und 2021 wurde er als "Trader des Jahres" ausgezeichnet. Er und sein Team bei Lüddemann Investments bieten Interessenten Weiterbildungen für Investment oder Trading an. Sein Ziel: Vermögen selbstbestimmt und unabhängig von Banken und Versicherungen aufzubauen. Mehr Informationen unter: https://mariolueddemann.com/

Pressekontakt:

Lüddemann Investments GmbH Geschäftsführer: Mario Lüddemann E-Mail: mailto:info@mariolueddemann.com Website: https://mariolueddemann.com/

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/175568/6352995 OTS: Lüddemann Investments GmbH


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Lüddemann Investments GmbH
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