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München (ots) - Qualitätsmanagementsysteme bilden die Grundlage für klar
definierte und dokumentierte Unternehmensprozesse. Mit der Veröffentlichung der
ISO 9001:2026 beginnt für Unternehmen die Umsetzungsphase der weltweit
wichtigsten Norm für Qualitätsmanagementsysteme. TÜV SÜD rückt die praktischen
Folgen der Revision in den Fokus: Neben der Anpassung bestehender
Managementsysteme sollten Unternehmen auch die Auswirkungen auf
branchenspezifische Qualitätsstandards berücksichtigen, die auf der ISO 9001
basieren.
"Die Revision verändert die Grundprinzipien der ISO 9001 nicht, setzt aber an
mehreren Stellen neue Schwerpunkte und Präzisierungen", ordnet Tobias Lurk,
Global Product Performance Manager ISO 9001 bei TÜV SÜD, die Änderungen ein.
"Mit der Veröffentlichung der Norm beginnt die praktische Umsetzung in den
Unternehmen. Entscheidend wird nun sein, die neuen Anforderungen systematisch in
bestehende Managementsysteme zu integrieren und gleichzeitig die
Weiterentwicklung branchenspezifischer Standards im Blick zu behalten."
Die überarbeitete Norm stärkt unter anderem die Berücksichtigung klimabezogener
Aspekte, konkretisiert Anforderungen zum Umgang mit Risiken und Chancen und
betont die Bedeutung von Qualitätskultur sowie ethischem Verhalten. Mit der
Veröffentlichung beginnt zugleich eine Übergangsfrist von 36 Monaten für die
Umstellung bestehender Qualitätsmanagementsysteme. Zertifikate nach ISO
9001:2015 behalten während dieser Zeit ihre Gültigkeit. Eine ausführliche
Analyse der Neuerungen der ISO 9001:2026 hat TÜV SÜD auf seiner ISO
9001-Revisionsseite (https://www.tuvsud.com/de-de/dienstleistungen/auditierung-u
nd-zertifizierung/iso-9001/iso-9001-revision?utm_medium=other&utm_source=press-r
elease&utm_campaign=2026_pressemeldung_de_de_ba_msc_tff_ts&utm_content=text-link
_) zusammengestellt.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Unternehmen sollten nun ihre bestehenden Prozesse, Dokumentationen und
Verantwortlichkeiten systematisch mit den Anforderungen der ISO 9001:2026
abgleichen. Neben einer Gap-Analyse können die parallel überarbeitete ISO 9000
sowie der deutlich erweiterte Anhang A der ISO 9001 wichtige Orientierung für
die praktische Umsetzung bieten.
"Gerade bei den Änderungen zur Qualitätskultur und ethischem Verhalten kommt es
im Audit weniger auf zusätzliche Dokumente an als auf eine glaubwürdige und
dauerhaft gelebte Umsetzung", sagt Tobias Lurk. "Unternehmen sollten deshalb
früh beginnen, Verantwortlichkeiten zu klären, Führungskräfte einzubinden und
die neuen Schwerpunkte in bestehende Prozesse zu integrieren."
Auswirkungen auf branchenspezifische Standards
Die Veröffentlichung der ISO 9001:2026 hat jedoch nicht nur Folgen für
Unternehmen, die nach dieser Norm zertifiziert sind. Die ISO 9001 bildet die
Grundlage zahlreicher branchenspezifischer Qualitätsmanagementstandards und
beeinflusst damit auch deren Weiterentwicklung.
Besonders relevant ist dies für die Automobilindustrie. Die IATF 16949 basiert
auf der ISO 9001 und wird derzeit ebenfalls überarbeitet. Die Veröffentlichung
der revidierten Fassung wird nach aktuellem Stand für Mitte 2027 erwartet. Ziel
ist es unter anderem, Anforderungen verständlicher zu formulieren und
Überschneidungen mit der ISO 9001 zu reduzieren. Zudem sollen die
Übergangsregelungen an die Fristen der ISO 9001:2026 angepasst werden.
Anders stellt sich die Situation in der Medizintechnik dar. Die ISO 13485:2016
wurde Anfang 2026 im Rahmen ihrer systematischen Überprüfung bestätigt und
bleibt bis April 2030 unverändert gültig. Für Hersteller von Medizinprodukten
ergeben sich aus der Revision der ISO 9001 derzeit keine unmittelbaren
Änderungen der normativen Anforderungen, da die ISO 13485 bis April 2030
unverändert gültig bleibt.
"Unternehmen sollten die Revision der ISO 9001 nicht isoliert betrachten", sagt
Tobias Lurk. "Gerade in regulierten oder stark qualitätsorientierten Branchen
lohnt es sich, die Weiterentwicklung branchenspezifischer Standards frühzeitig
zu beobachten. So lassen sich künftige Anforderungen besser einordnen und
notwendige Anpassungen rechtzeitig vorbereiten."
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Laura Albrecht
TÜV SÜD
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