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Ludwigshafen (ots) - klicksafe Schulstunde in Kooperation mit Aktion Mensch und
Nummer gegen Kummer e.V. sensibilisiert für respektvolles Miteinander im Netz
Ein peinliches Bild, ein verletzender Kommentar - für Betroffene kann sich
daraus ein Albtraum entwickeln: Cybermobbing ist kein harmloser Streit im Netz,
sondern ein ernstes Problem mit weitreichenden Folgen. Das bestätigen auch die
Ergebnisse einer Umfrage unter den 65.820 Schüler*innen aus allen Teilen
Deutschlands*, die heute Vormittag an der klicksafe Schulstunde unter dem Motto
"Online gemobbt. Real verletzt. Gemeinsam gegen Cybermobbing!" teilnahmen.
Insgesamt schalteten sich 2.194 Schulklassen der Jahrgangsstufen fünf bis acht
zu dem interaktiven, inklusiven Streamingformat dazu, um die Mechanismen und
weitreichenden Auswirkungen von digitaler Anfeindung zu verstehen, zu
diskutieren und zu reflektieren. Gemeinsam mit Fachexpert*innen erarbeiteten die
Teilnehmenden konkrete Strategien, wie sie Cybermobbing erkennen, Betroffene
unterstützen und zu einem respektvollen Miteinander im Netz beitragen können.
Mit dabei: "Germany's Next Topmodel"-Finalist Tony Eberhardt, der persönliche
Einblicke in seine Erfahrungen mit Mobbing teilte.
Erstmalig wurde die klicksafe Schulstunde in Kooperation mit der Aktion Mensch
und Nummer gegen Kummer e.V. durchgeführt und in Deutsche Gebärdensprache
übersetzt. Für Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, ist der Umgang mit
Cybermobbing auch eine Frage von Inklusion und Teilhabe: "Cybermobbing ist ein
Problem, das viel zu viele junge Menschen betrifft - noch einmal mehr aber junge
Menschen mit Beeinträchtigung. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht länger
hinnehmen. Ein respektvolles Miteinander und eine gleichberechtigte Teilhabe
müssen von Anfang an gelernt und gelebt werden." Auch Schutz und Begleitung sind
für Betroffene wichtig. Durch die Nummer gegen Kummer wurde die klicksafe
Schulstunde zusätzlich um ein unmittelbares Hilfeangebot für alle teilnehmenden
Schüler*innen ergänzt.
Schüler*innen sind sich einig: Cybermobbing ist ein ernstes Problem.
Was oft mit vermeintlich harmlosen Kommentaren beginnt, kann schnell an Dynamik
gewinnen und weitreichende Folgen für die Betroffenen haben. Das bestätigt ein
weiteres Ergebnis der Umfrage unter den 65.820 Schüler*innen im Rahmen der
Veranstaltung. Alarmierend: Nur knapp die Hälfte weiß, wie sie Betroffenen
helfen kann.
Die Rekordteilnahme macht deutlich, wie hoch der Bedarf an Aufklärung und
Präventionsarbeit ist, um Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Risiken von
digitaler Gewalt zu sensibilisieren und ihre Medienkompetenz zu stärken.
Gleichzeitig zeigt sich, dass junge Menschen mehr Handlungsstrategien und
Unterstützungsangebote benötigen, um die Mobbing-Spirale zu durchbrechen. "Schon
kleine Handlungen können einen Unterschied machen und ein Umfeld schaffen, in
dem Respekt, Zusammenhalt und Zivilcourage stärker sind als Ausgrenzung. Jede
Person kann hier Verantwortung übernehmen. Wer hinschaut und handelt,
durchbricht die Dynamik, die Cybermobbing antreibt", erklärt Deborah
Woldemichael, Leiterin von klicksafe bei der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.
Wie wichtig Erkennen und Einschreiten sind, weiß auch Model, Speaker und Content
Creator Tony Eberhardt. Er war selbst aufgrund seiner Hörbehinderung viele Jahre
betroffen: "Wenn meine Geschichte dazu beiträgt, dass auch nur ein Kind den Mut
findet, darüber zu sprechen, eine Lehrkraft genauer hinsieht, Eltern früher
handeln oder politische Veränderungen angestoßen werden, dann hat all das, was
ich erlebt habe, heute einen Sinn."
Chioma Alukuma, Beraterin bei der Nummer gegen Kummer und Expertin in der
klicksafe Schulstunde, erläutert: "Wenn man Cybermobbing erlebt oder mitbekommt,
ist es gut, wenn man nicht alleine damit bleibt. Manchmal weiß man einfach
nicht, was man tun oder wie man helfen soll. Aber auch wenn man selbst jemanden
verletzt oder beim Mobbing mitgemacht hat, kann man etwas ändern und
Verantwortung übernehmen. Ich finde, es ist wichtig, dass alle wissen: Man kann
sich Hilfe holen und mit jemandem darüber reden."
Cybermobbing stoppt nicht mit der Schulstunde: Materialien für pädagogische
Praxis
Um das Thema über die klicksafe Schulstunde hinaus nachhaltig im Unterricht -
und damit auch im Alltag - zu verankern, werden Lehrer*innen und pädagogischen
Fachkräften umfangreiche Begleitmaterialien zur Verfügung gestellt. Die
praxisnahen Unterrichtsprojekte zeigen Schüler*innen, wie sie Mobbing frühzeitig
erkennen, Zivilcourage zeigen und als Klassengemeinschaft zu einem respektvollen
Miteinander beitragen können. Gleichzeitig soll die Arbeit mit den Inhalten auch
die Medienkompetenz junger Menschen stärken. Alle Materialien sind in Einfacher
Sprache verfasst und barrierefrei gestaltet, um die Inhalte möglichst vielen
Schüler*innen zugänglich zu machen.
Weitere Stimmen zur klicksafe Schulstunde
Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe bei der Medienanstalt
Rheinland-Pfalz: "Ein respektvolles Miteinander entsteht nicht von allein, es
braucht Aufmerksamkeit, Haltung und Mut. Wir alle sind Teil der Lösung, um
Cybermobbing wirksam zu stoppen!"
Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch: "Eine chancenreiche und -gleiche
Zukunft unserer Gesellschaft ist unser Anliegen und Antrieb zugleich. Als größte
nichtstaatliche Förderorganisation in der Kinder- und Jugendhilfe setzen wir uns
gemeinsam mit unseren Förderprojekten seit über 20 Jahren entschlossen für junge
Menschen ein."
Anna Zacharias, Geschäftsführerin und Leiterin der Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit von Nummer gegen Kummer e.V., fügte hinzu: "Als anonymes
Beratungsangebot sind wir häufig die ersten, denen sich junge Menschen
anvertrauen. In der Beratung machen sie die Erfahrung, dass sie ernst genommen
werden. Das ist die Grundlage, um gemeinsam nächste Schritte zu erarbeiten."
Zusatzinformationen und Bildmaterial
- * Im Rahmen der klicksafe Schulstunde am 17. September 2026 wurde unter den
digital teilnehmenden Schüler*innen eine Live-Umfrage durchgeführt. Über
20.000 Stimmen wurden dabei abgegeben. Die Schüler*innen konnten an der
Umfrage einmalig, freiwillig und ohne Erfassung personenbezogener Daten
mittels eines QR-Codes teilnehmen. Die Ergebnisse wurden aggregiert und
prozentual in Echtzeit während der Schulstunde dargestellt. Hinweis: Die
Umfrage ist nicht repräsentativ für Schüler*innen der entsprechenden
Altersgruppe in Deutschland.
- Die klicksafe Schulstunde hat sich fest als interaktives Bildungsangebot
etabliert. Jede Ausgabe widmet sich einem relevanten Thema. Ob Hass im Netz,
Fake News oder Deepfakes und KI: Junge Menschen werden sensibilisiert und
gestärkt, um sich sicher, verantwortungsvoll und selbstbewusst im Netz zu
bewegen. Die aktuelle klicksafe Schulstunde wurde im Media:TURM in
Ludwigshafen aufgezeichnet und ist Teil des Back-to-School-Aktionsmonats, der
sich in diesem Jahr ebenfalls mit dem Thema Cybermobbing auseinandersetzt:
http://www.klicksafe.de/klicksafe-schulstunde sowie
http://www.klicksafe.de/back-to-school .
- Weiterführende Informationen zum Engagement der Aktion Mensch gegen Mobbing
sowie zum Beratungsangebot von Nummer gegen Kummer finden Sie unter
https://www.aktion-mensch.de/mobbing und http://www.nummergegenkummer.de .
- Bildmaterial können Sie in unserem Pressekit unter Presse - klicksafe.de
(https://www.klicksafe.de/klicksafe-schulstunde/presse) downloaden.
Über klicksafe
https://www.klicksafe.de/ ist die deutsche Medienkompetenz-Initiative der
Europäischen Union für mehr Sicherheit im Netz. In Deutschland wird klicksafe
von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz (https://medienanstalt-rlp.de/)
(Koordination) in Kooperation mit der Bundeszentrale für Kinder- und
Jugendmedienschutz (https://www.bzkj.de/) (BzKJ) umgesetzt. Mit vielfältigen
Angeboten unterstützt klicksafe beim souveränen und kritischen Umgang mit
digitalen Medien. Auf klicksafe.de finden pädagogische Fachkräfte, Eltern und
interessierte Nutzer*innen aktuelle Informationen und Materialien.
klicksafe ist politisch und wirtschaftlich unabhängig und Mitglied im Verbund
"Safer Internet DE" ( https://www.saferinternet.de/ ). Diesem gehören neben
klicksafe als Awareness Centre die Hotlines
https://www.internet-beschwerdestelle.de/de/index.html (von https://www.eco.de/
und FSM (https://www.fsm.de/) ) und https://www.jugendschutz.net/ sowie die
Helpline Nummer gegen Kummer (https://www.nummergegenkummer.de/) an.
Über die Aktion Mensch
Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich
in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als fünf
Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist,
die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu
verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu
fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch
jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen
Lotterieteilnehmer*innen. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt,
Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi
Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch. http://www.aktion-mensch.de/
Über Nummer gegen Kummer e.V.
Nummer gegen Kummer e. V. (https://www.nummergegenkummer.de/) ist der
Dachverband des größten kostenfreien, telefonischen Beratungsangebots für
Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland. Der Verein koordiniert ein
bundesweites Netzwerk mit aktuell 87 Mitgliedern, die vor Ort die Beratung am
Kinder- und Jugendtelefon, in der Online-Beratung und/oder am Elterntelefon
sicherstellen. Nummer gegen Kummer e.V. entwickelt die Beratungsangebote
kontinuierlich weiter und unterstützt die Qualifizierung von rund 4.000
ehrenamtlich Beratenden bundesweit. Zur Finanzierung des Netzwerkes bemühen sich
Nummer gegen Kummer e.V. bundesweit und seine Trägervereine lokal um Spenden von
Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen.
Nummer gegen Kummer e.V. ist aus dem Kinderschutzbund hervorgegangen und diesem
als Mitglied in seiner Zielsetzung verbunden. Der Dachverband ist Mitglied bei
Child Helpline International. Nummer gegen Kummer e.V. wird durch das
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Seit 1991 stellt die Deutsche Telekom als Kooperationspartner die technische
Infrastruktur für das bundesweite Beratungsangebot kostenfrei zur Verfügung.
Außerdem übernimmt sie die Verbindungsgebühren für die Anrufe an den
Beratungstelefonen.
Kontakt:
Sanne Wohmann
Pressereferentin klicksafe
fest: +49 621 52 02 -212
mobil: +49 152 22577620
email: mailto:wohmann@medienanstalt-rlp.de
http://www.klicksafe.de/presse
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/65117/6354201
OTS: klicksafe / Medienanstalt RLP
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