|
Berlin (ots) - Fahrerassistenzsysteme können dazu beitragen, Unfälle zu
vermeiden. Doch gerade in Lkw werden sie noch zu wenig genutzt und phasenweise
oder sogar permanent abgeschaltet, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des
Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Ein Beitrag in der aktuellen Arbeit &
Gesundheit
(https://aug.dguv.de/verkehrssicherheit/fahrerassistenzsysteme-mit-ki/) zeigt,
warum Akzeptanz, Einweisung und klare Regeln entscheidend sind, damit die
digitalen Helfer ihre Schutzwirkung entfalten können.
"Insbesondere fehlendes Vertrauen in die Technik kann dazu führen, dass
Beschäftigte Systeme abschalten", sagt Christopher Frank, Experte für
Verkehrssicherheit an der DGUV Akademie. Diese Skepsis ist in Sondersituationen
nicht unbegründet, so der Experte. "Die digitale Assistenz stößt etwa bei der
Durchfahrt durch enge Baustellen an ihre Grenzen, weil sie Markierungen oder
fehlende Begrenzungen nicht immer zuverlässig erkennen kann. Doch das ist kein
Grund, sie nicht zu nutzen."
Einweisung schafft Vertrauen
Voraussetzung für die kompetente Nutzung von Fahrassistenten ist eine gute
Vorbereitung. "Wer die Funktionsweise eines Systems versteht, kann auch besser
einschätzen, was die Technik leisten kann - und wo ihre Grenzen liegen", sagt
Frank. Ebenso wichtig sind klare betriebliche Regeln: "Unternehmen sollten in
Dienstanweisungen festlegen, dass Assistenzsysteme grundsätzlich genutzt
werden." Ein kurzfristiges Abschalten kann zwar in bestimmten Situationen
sinnvoll sein, etwa bei besonderen Witterungsverhältnissen oder in bestimmten
Baustellenbereichen. Anschließend müssen die Systeme jedoch wieder eingeschaltet
werden.
KI macht Systeme leistungsfähiger
KI-gestützte Fahrerassistenzsysteme schaffen mehr Sicherheit, weil sie
Informationen aus Kamerabildern, Fahrzeugdaten und Abstandssensoren miteinander
verknüpfen und dadurch andere Verkehrsteilnehmende sowie mögliche Gefahren
früher erkennen. "Das kann im Ernstfall Leben retten", sagt Frank. Die
Entscheidungen von KI-Assistenzsystemen müssen jedoch immer übersteuerbar
bleiben, so wie es bislang bei anderen Assistenzsystemen schon der Fall ist.
Beide unterstützen zwar, sie ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit und das
umsichtige Verhalten der Fahrerinnen und Fahrer. "Sie tragen weiterhin die
Verantwortung für die Sicherheit auf der Straße."
Mit diesem und weiteren Themen befasst sich die neue Ausgabe von Arbeit &
Gesundheit (https://aug.dguv.de/magazin/ausgaben/) .
Über Arbeit & Gesundheit
Arbeit & Gesundheit - Das Magazin für Sicherheitsbeauftragte bietet speziell auf
die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Informationen und nützliche Tipps
für den Arbeitsalltag. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen verschicken die
Zeitschrift kostenfrei an die bei ihnen versicherten Unternehmen. Die Arbeit &
Gesundheit gehört zu den auflagenstärksten Präventionszeitschriften der
gesetzlichen Unfallversicherung und erscheint sechsmal im Jahr. Drei Beiträge
jeder Ausgabe sind auch in Leichte Sprache übertragen und über die Website
abrufbar.
Pressekontakt:
Stefan Boltz
Pressesprecher
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
030-130011414
mailto:presse@dguv.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/100882/6355673
OTS: DGUV Zeitschriften
|