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Essen (ots) - Mit der Eröffnung der beiden finalen Stationen "Umweltschutz" und
"Beheizen" am Sonntag, 20. September 2026, ist der Ausbau des Denkmalpfads
Kokerei abgeschlossen. Moderne Ausstellungstechnik, Lichtinszenierungen,
historische Aufnahmen und Originalschauplätze machen Industriegeschichte heute
dort erlebbar, wo einst täglich tausende Tonnen Kohle zu Koks verarbeitet
wurden. Besonders spektakulär ist die neue Station "Beheizen" im Inneren der
Koksöfen von Batterie 9. Nach dem Rückbau des Sonnenrads wurden die
aufgeschnittenen Öfen in sieben Meter Höhe durch einen rund 30 Meter langen
Laufsteg begehbar gemacht. Ermöglicht wird der Ausbau durch die RAG-Stiftung als
Hauptförderin, den Landschaftsverband Rheinland (LVR), die NRW-Stiftung, die
Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V. sowie die
opta data Zukunfts-Stiftung.
Zollverein ist die einzige vollständig im Original erhaltene Kokerei, die museal
erschlossen und dauerhaft für Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht
wurde. Bereiche, die über Jahrzehnte nicht öffentlich zugänglich waren, sind
dabei zu neuen Erlebnisorten geworden. Wo einst in 304 Öfen bei Temperaturen von
rund 1.250 Grad täglich etwa 10.000 Tonnen Kohle zu rund 8.600 Tonnen Koks
veredelt wurden, können Besucherinnen und Besucher heute die Produktionsabläufe
und Arbeitsorte mehrerer Generationen von Kokerei-Beschäftigten nachvollziehen.
Über sechs Jahre hinweg wurden zehn Vermittlungsstationen geschaffen: Bereiche,
die bislang verborgen oder früher ausschließlich den Mitarbeitern der einst
größten Zentralkokerei Europas vorbehalten waren.
"Mit der Fertigstellung der zehn Vermittlungsstationen erreichen wir einen
besonderen Meilenstein für Zollverein", sagt Christoph Tesche,
Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein. "Die Kokerei ist ein
außergewöhnliches Zeugnis der Industriegeschichte - und nun können Besucherinnen
und Besucher diese Geschichte an immer mehr authentischen Orten unmittelbar
erleben. Mein besonderer Dank gilt allen Förderern und Partnern, die diesen Weg
gemeinsam mit uns möglich gemacht haben."
Starke Partner für ein außergewöhnliches Projekt
Entscheidend für die Umsetzung des Denkmalpfads war die langfristige
Unterstützung durch starke Förderpartner. Seit Beginn des Projekts engagieren
sich die RAG-Stiftung als Hauptförderin, der Landschaftsverband Rheinland, die
NRW-Stiftung, die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein
e. V. sowie die opta data Zukunfts-Stiftung.
Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, erklärt:
"Die Kokerei Zollverein zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie industrielle
Entwicklung, technisches Know-how und gesellschaftlicher Wandel miteinander
verbunden sind. Mit der Fertigstellung der zehn Vermittlungsstationen wird
dieses bedeutende Erbe nicht nur bewahrt, sondern auf innovative Weise für
kommende Generationen lebendig gehalten. Als RAG-Stiftung unterstützen wir
dieses außergewöhnliche Projekt aus tiefer Verbundenheit mit der Geschichte des
deutschen Steinkohlenbergbaus."
Auch der Landschaftsverband Rheinland (LVR) begleitet die Stiftung Zollverein
seit ihrer Gründung 1998 als Zustifter und Partner - auf institutioneller wie
auf projektbezogener Ebene. Dr. Walter Hauser, Direktor des LVR-Industriemuseums
und Präsident der Europäischen Route der Industriekultur, sagt: "Die Kokerei
Zollverein ist ein Juwel im reichen industriekulturellen Erbe der Region. Dieses
Erbe zu bewahren, mit innovativen Zugängen zu erschließen und seine komplexe
Geschichte zu vermitteln, ist im Denkmalpfad beispielhaft gelungen. Als
Kommunalverband, der Industriekultur an Rhein und Ruhr seit ihren Anfängen trägt
und fördert, ist der LVR stolz darauf, die Entwicklung dieses besonderen Ortes
seit vielen Jahren zu begleiten."
Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann, Vorstand der NRW-Stiftung, betont: "Mit der
Fertigstellung der letzten Stationen können Besucherinnen und Besucher nun den
Produktionsprozess der Kokerei in seiner ganzen Vielfalt nachvollziehen. Das
macht industrielle Vergangenheit verständlich und am authentischen Ort
unmittelbar erfahrbar." Die NRW-Stiftung hebt bei dem Projekt insbesondere
hervor, dass Fördermittel eine Hebelwirkung entfalten und durch das
Zusammenwirken mehrerer Partner ein bedeutendes industriekulturelles Erbe
dauerhaft gesichert und vermittelt werden kann.
Für die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V.
verbindet das Projekt Industriekultur und regionale Identität. Die Vorsitzende
Dr. Anneliese Rauhut sagt: "Aus einem früher ausschließlich der Produktion
vorbehaltenen Ort ist ein Erlebnisraum für alle Generationen geworden. Wir sind
stolz, dass der Förderverein zum Ausbau dieses außergewöhnlichen Denkmalpfads
beitragen konnte - und werden uns auch künftig dafür einsetzen, besondere
Projekte auf Zollverein möglich zu machen."
Zwei finale Stationen: Feuer, Rauch und der blaue Himmel über der Ruhr
Wie wurden die Öfen auf der Kokerei durch Flammen und die Abhitze der Rauchgase
beheizt? Genau das veranschaulicht eine Lichtinszenierung in der neuen Station
"Beheizen"; grafische Elemente unterstützen die Darstellung des Beheizungswegs.
Besonders spektakulär: Interessierte bewegen sich in etwa sieben Metern Höhe im
Inneren der Koksöfen von Batterie 9. Nach dem Rückbau des Sonnenrads führt jetzt
ein 30 Meter langer Laufsteg quer durch die aufgeschnittenen Öfen. Die zweite
neue Station "Umweltschutz" richtet den Blick auf ein anderes Kapitel der
Kokerei-Geschichte. Die Anlage nahm 1961 ihren Betrieb auf - in einer Zeit, in
der zugleich das öffentliche Bewusstsein für die enorme Luftverschmutzung im
Ruhrgebiet wuchs. Historische Filmaufnahmen, Zitate und Informationen zu
typischen Emissionen veranschaulichen den Konflikt zwischen industrieller
Produktion, Nachbarschaft und zunehmenden Anforderungen an den Umweltschutz.
Eine Riechstation vermittelt auf schadstofffreier Basis sogar einen
charakteristischen Geruch der Kokerei.Die Station zeigt zugleich, wie technische
Entwicklungen den Emissionsausstoß im Laufe der Jahrzehnte deutlich verringerten
und welche Lösungen auf der Kokerei Zollverein zum Einsatz kamen.
Stefanie Reichart, Vorstandsmitglied der Stiftung Zollverein, sagt: "Um Zukunft
gestalten zu können, müssen wir verstehen, woher wir kommen. Gerade auf
Zollverein bedeutet Vermittlung deshalb weit mehr, als technische Abläufe zu
erklären. Wir erzählen auch von den Menschen, die hier gearbeitet haben, von
ihren Arbeitsbedingungen und von gesellschaftlichen Veränderungen."
Zehn Stationen erzählen einen Produktionsprozess
Mit "Umweltschutz" und "Beheizen" schließt sich der Kreis eines Projekts, das
2020 mit der Eröffnung der Station "Löschen" begann. Es folgten unter anderem
"Arbeit und Leben", "Drücken", "Verkokung" und "Nebenprodukte". Im Jahr 2025
wurden die Stationen "Abkühlen", "Übergabe" sowie "Fuchs und Schornstein"
eröffnet. Ab Sonntag, 20. September 2026, erschließen dann insgesamt zehn
Vermittlungsstationen die komplexen Abläufe der Kokerei - vom Weg der Kohle über
Verkokung, Beheizung und Kühlung bis zu Nebenprodukten, Arbeitswelt und
Umweltschutz. Gemeinsam mit dem Gestaltungsbüro "jangled nerves" entstand dafür
ein Vermittlungskonzept, das technische Zusammenhänge nicht nur erklärt, sondern
mit Licht, Projektionen, Film, Ton und räumlichen Inszenierungen sinnlich
erfahrbar macht. Die architektonische Umsetzung stammt vom Büro "New
Architekten" aus Köln.
Über die Stiftung Zollverein
Die Stiftung Zollverein hat den Auftrag, das UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen
zu bewahren und zu entwickeln und ist Eigentümerin der übertägigen Gebäude und
Anlagen. Die "schönste Zeche der Welt" gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe.
Seitdem werden Zeche und Kokerei Zollverein als identitätsstiftendes Denkmal
bewahrt und mit musealen Angeboten, Konzerten und Veranstaltungen kulturell
bespielt. Mit rund 1,7 Mio. Besuchen jährlich ist Zollverein die größte
Touristenattraktion im Ruhrgebiet und mit zahlreichen Unternehmen aus der
Kreativ- und Innovationswirtschaft ein wachsender Wirtschaftsstandort.
Pressekontakt:
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Markus Pließnig
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OTS: Stiftung Zollverein
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