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Berlin (ots) -
- KI-Strategien müssen Infrastruktur, Daten, Prozesse und Organisation umfassen.
- Effizienzgewinne sind sichtbar, doch Kosteneinsparungen, Nutzerbindung und
Erlöse bleiben hinter den Erwartungen.
- Klare Ziele, integrierte Anwendungen und belastbare KPIs sind entscheidend für
den KI-Nutzen.
KI hat in deutschen Medienhäusern strategisch und operativ Fuß gefasst. Doch
belastbare Business Cases sind selten. Dies zeigt der KI-Reifegrad-Report 2026,
veröffentlicht vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)
und dem KI-Spezialisten Retresco. Grundlage ist eine Befragung von 114
Führungskräften und KI-Verantwortlichen, die von April bis Juni 2026
durchgeführt wurde.
KI-Strategien verankert - Umsetzung bleibt schwierig
Der Mehrwert von KI steht für die meisten Medienhäuser außer Frage. Doch
Pilotprojekte, gefühlte Zeitersparnisse und Performance-Zuwächse belegen noch
keine nachhaltige Transformation. Oft sind journalistische und wirtschaftliche
Ziele pauschal formuliert, Anwendungen werden isoliert eingeführt und Erfolge
allein an Effizienzgewinnen gemessen, nicht aber an wirtschaftlich nachweisbaren
Ergebnissen.
Der Anteil der Medienhäuser mit KI-Strategie stieg binnen eines Jahres um 19
Prozentpunkte auf 79 Prozent. Doch 49 Prozent der Befragten nennen Infrastruktur
und Integration als Hürden bei der technischen Umsetzung. Im Vorjahr waren es
nur 28 Prozent. Der Vergleich der KI-Reifegrad-Reports 2025 und 2026 zeigt: Mit
der strategischen Verankerung wächst die Herausforderung, KI sicher in
bestehende Systeme und Abläufe einzubinden.
Eine KI-Strategie wirkt nur, wenn sie im Medienhaus breit umgesetzt wird. Dafür
braucht es vor allem messbare Ziele, die aber oft noch fehlen. Zwar haben 61
Prozent der Medienhäuser KPIs definiert - 41 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Doch nur 20 Prozent messen den ROI oder andere KPIs anhand belastbarer Zahlen.
"Wir müssen den Blick von der reinen KI-Adoption auf ihre messbare Wirkung
richten", sagt Johannes Sommer, CEO von Retresco . "Bei Nutzung, Akzeptanz,
Prozessen und Qualität zeigen sich längst Effizienzgewinne. Künftig muss KI
ihren Beitrag zur Nutzergewinnung und Nutzerbindung, zu mehr Engagement und zu
messbaren Erlösen nachweisen."
KI steigert Effizienz, aber Erwartungen noch nicht erfüllt
KI macht effizientere Abläufe möglich: 92 Prozent erwarten schnellere Prozesse,
verbesserte Workflows und Entlastung der Mitarbeitenden. 80 Prozent haben
entsprechende Effekte in ihren Redaktionen festgestellt.
In fast allen anderen Bereichen klaffen Erwartungen und Ergebnisse dagegen
auseinander. Kosteneinsparungen erwarten 63 Prozent, messen konnten sie bislang
nur 20 Prozent. Bei neuen Formaten und Erlösmodellen stehen einer Erwartung von
62 Prozent lediglich 31 Prozent Ergebnisse gegenüber. Höhere inhaltliche
Qualität erhoffen sich 60 Prozent, nachweislich erfasst haben sie nur 32
Prozent.
Besonders groß ist die Diskrepanz bei der Nutzerbindung: 53 Prozent erwarten,
diese mithilfe personalisierter oder interaktiver Angebote zu steigern. Erreicht
haben das nur 14 Prozent. Die Gründe für die Kluft sind unklar. Mögliche
Ursachen sind überzogene Erwartungen, ungenutzte Potenziale der KI-Anwendungen
oder Defizite bei der Messung geeigneter Kennzahlen.
Medienhäuser verlieren Reichweite und müssen Vertrauen sichern
Mit der zunehmenden KI-Adoption rücken journalistische Risiken und Verantwortung
stärker in den Fokus. "Die Honeymoon-Phase ist vorbei. KI kann Fehler machen und
damit die Glaubwürdigkeit von Medienmarken gefährden", sagt Holger Kansky,
Leiter Digitales und Vermarktung beim BDZV . "Wo KI eingesetzt wird, entsteht
Verantwortung. Medienhäuser stehen deshalb vor der Aufgabe, KI breit auszurollen
und zugleich Qualität und Verlässlichkeit ihrer Angebote sichern."
Gesunken sind die Hoffnungen auf mehr Reichweite durch KI - ein Effekt, der
unmittelbar mit Google AI Overviews, AI Mode, KI-Suchen und geschlossenen
Ökosystemen zusammenhängen dürfte. 38 Prozent der Befragten stellen deutliche
Reichweitenrückgänge fest, 37 Prozent sehen keine signifikante Veränderung und
25 Prozent können diese Entwicklung aktuell nicht belastbar bewerten.
Agentische KI als Maßstab für KI-Reife
Auch aktuelle KI-Trends standen im Fokus der Befragung. Dabei zeigt sich:
Agentische KI gewinnt deutlich an Bedeutung. 54 Prozent der Medienhäuser
schreiben ihr inzwischen strategische Relevanz zu - gegenüber 34 Prozent im
Vorjahr.
Wie KI die Wertschöpfung unterstützt
Der Report empfiehlt Medienhäusern:
- Erwartungen kalibrieren: Weg von automatisierten Komplettlösungen, hin zu
gezielter Unterstützung integrierter Workflows sowie journalistischer und
wirtschaftlicher Kernbereiche.
- Business Cases identifizieren: KI gezielt dort einsetzen, wo strukturierte
Daten sowie personalisierte und interaktive Services dauerhaft Mehrwert für
Mitarbeitende, Nutzerinnen und Nutzer und das Geschäftsmodell schaffen.
- KPIs ausrichten: KI-Projekte nicht anhand isolierter Effizienzgewinne
bewerten, sondern ihre Wirkung auf Nutzung, Qualität, Conversion, Kosten und
Erlöse übergreifend erfassen und weiterentwickeln.
Über den KI-Reifegrad-Report
Der KI-Reifegrad-Report ist eine gemeinsame Branchenumfrage von BDZV und
Retresco. Für die dritte Ausgabe befragten sie zwischen April und Juni 2026
online 114 Führungskräfte und KI-Verantwortliche deutscher Medienhäuser. Die
Umfrage ist nicht repräsentativ.
Report herunterladen
(https://www.retresco.de/whitepaper/ki-reifegrad-report-2026/)
Über BDZV
Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) vertritt als
Spitzenorganisation die Interessen der Zeitungsverlage und digitalen Publisher
in Deutschland und auf EU-Ebene.
https://www.bdzv.de
Über Retresco
Der KI-Spezialist Retresco richtet sich an Unternehmen aus dem Medienbereich,
Digital Commerce sowie vergleichbaren Branchen, die maßgeschneiderte und
effektive KI-Lösungen benötigen. Als Pionier im Bereich der KI-basierten
Sprachtechnologien hat das Berliner Unternehmen seit 2008 eine Vielzahl
erfolgreicher Kundenprojekte zur effizienten und zukunftsfähigen Gestaltung von
Geschäftsprozessen realisiert.
http://www.retresco.de
Pressekontakt:
Holger Kansky
Leiter Digitales & Vermarktung
Telefon: 030/726298-213
E-Mai mailto:kansky@bdzv.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6936/6369937
OTS: BDZV - Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger e.
V.
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