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Osnabrück (ots) - Die Anstrengungen in Deutschland für eine umfassende
Kreislaufwirtschaft müssen forciert werden. Das fordert die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Blick auf den für morgen (Mittwoch) erwarteten
Beschluss der Bundesregierung zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie
(NKWS) (https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/kreisl
aufwirtschaftsstrategie) . Die DBU leistet bereits für eine solche Circular
Economy (CE) mit Dutzenden geförderten Projekten vom zirkulären Bauen über
Umweltbildung bis hin zu Wiederverwendung sowie Textil- und Kunststoff-Recycling
Impulse für die mittelständische Wirtschaft sowie Startups. Darunter passend zur
laufenden Pflanzsaison: die Euro Plant Tray (https://europlanttray.com/de/) GmbH
mit einem Mehrwegsystem für den Transport von Topfpflanzen. Bisher dominieren
jährlich bis zu 700 Millionen Kunststoff-Einwegträger den europäischen Markt,
die nach nur einmaligem Gebrauch im Abfall landen. DBU-Generalsekretär Alexander
Bonde: "Wir brauchen eine Abkehr von der Ex-und-Hopp-Mentalität. Die Zukunft der
Wirtschaft ist zirkulär."
Europaweit bis zu 700 Millionen Einweg-Plastik-Trays - und zig-Tausende Tonnen
Abfall
Die Saison für Garten- und Balkonpflanzen boomt bei sommerlicher Hitze - mit
jedes Jahr zu beobachtenden Nebenwirkungen, ausgelöst durch den fast vollständig
durch Kunststoff-Einwegträger bewältigten Transport der Topfpflanzen vom
Produzenten über Zwischenhändler zum Verkaufspunkt. Sind Dahlien, Geranien,
Petunien, Weihrauch, Lavendel und Basilikum erst einmal vom Gewächshaus ins
Gartencenter gelangt, haben die Einwegträger (Englisch: Tray ) ihren Dienst
getan und werden umgehend entsorgt. Mit Folgen für die Umwelt: Die jährlich
europaweit verwendeten bis zu 700 Millionen Einmal-Plastik-Trays, darunter
deutschlandweit rund 150 Millionen Kunststoff-Exemplare, verursachen nach
Schätzungen etwa 75.000 Tonnen Plastikmüll und "bedeuten eine erhebliche
Verschwendung kostbarer Ressourcen", so Bonde.
Mehrweg-Tray-System ist mit rückverfolgbaren RFID-Chips ausgestattet
Die Euro Plant Tray GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Monheim, eine
hundertprozentige Tochter der gleichnamigen Genossenschaft mit 33 Mitgliedern
aus sechs Ländern, will dieses Wegwerf-Muster stoppen und hat deshalb ein mit
rückverfolgbaren RFID-Chips (https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-O
rganisationen/Standards-und-Zertifizierung/RFID/rfid_node.html) ausgestattetes
Mehrweg-Tray-System mit Topfpflanzen-Trägern auf Basis von Rezyklaten
entwickelt, also recycelten Kunststoffen. Die Ziele: durch das Pfandsystem
Ressourcen schonen, Abfälle vermeiden, den Ausstoß klimaschädlicher
Treibhausgase (https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/treibhausgas-
emissionen/die-treibhausgase) (THG) wie Kohlendioxid (CO2) minimieren. Die
ersten Schritte sind laut Euro Plant Tray-Geschäftsführer Dirk Bansemer gemacht.
Nach seinen Worten sollen bis 2027 bis zu zehn Mehrweg-Varianten entwickelt
sein, um verschiedene Topfgrößen transportieren zu können - keine leichte
Aufgabe angesichts der derzeit kursierenden "rund 250 verschiedenen
Einwegtrays", so Bansemer. Aktuell seien bereits etwa zwei Millionen
Mehrweg-Trays in verschiedenen Ländern im Umlauf, darunter neben Deutschland in
den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Tschechien und Rumänien. "Zu 97 Prozent"
(Bansemer) rotieren die Mehrweg-Trays zwischen den Akteuren der Lieferkette. "In
Einzelfällen können auch Verbraucher gegen Pfand den Mehrwegträger mit nach
Hause nehmen", so der Geschäftsführer. 20 Jahre Haltbarkeit, Nutzung für etwa
200 Umläufe, bisher 35 Prozent Rezyklate-Anteil und nach Ende der Nutzungsdauer
ein Recycling: Das sind laut Bansemer die Vorteile des Mehrweg-Systems.
Produziert werden die Trays an drei Standorten, zwei in Deutschland, einer in
Österreich.
Bonde: Circular Economy künftig unverzichtbares Asset für Ökologie und Ökonomie
Der Ansatz von Euro Plant Tray - und Grund für die DBU-Förderung - lässt sich
nach den Worten des DBU-Generalsekretärs auf andere Wirtschaftssektoren
übertragen. Bonde: " Circular Economy ist künftig unverzichtbares Asset für
Ökologie und Ökonomie. Die umfassende Kreislaufwirtschaft
(https://www.prognos.com/de/projekt/statusbericht-kreislaufwirtschaft-2026) wird
zum Vermögenswert für die Betriebsbilanz und zahlt zugleich auf die Umwelt ein."
Deshalb begrüße er die nun von der Bundesregierung vorangetriebene Nationale
Kreislaufwirtschaftsstrategie. Bonde weiter: "Und das ist zugleich die
Motivation der DBU, der Circular Economy in einem breiten Förder-Portfolio
Schwung zu verleihen." Kurzum: weg vom linearen Geschäftsmuster des
"take-make-waste" - also Abbau, Nutzung und Abfall von Rohstoffen - mit dem
Ziel, innovationsorientierte Umweltpolitik mit strategischer Unternehmens- und
Industriepolitik zu verbinden. Laut einer 2024 vom damaligen
Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Studie lassen sich pro Jahr durch
CE rund 80 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Der Industrieverband BDI
prognostiziert mittels Circular Economy bis 2030 eine jährliche Steigerung der
Bruttowertschöpfung der deutschen Wirtschaft um zwölf Milliarden Euro. Die NKWS
könnte nun zusätzliche Akzente bei Themen wie Onlinehandel, digitalem
Produktpass oder CE-Investitionsförderungen setzen.
Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert große Bandbreite an
Kreislaufwirtschafts-Projekten
Seit Jahren setzt die DBU eine große Bandbreite an CE-Projekten
(https://www.dbu.de/themen/foerderinitiativen/circular-economy/) um und verhilft
mittelständischen Betrieben ebenso wie Startups mit Projektförderung zur
Umsetzung "großartiger Ideen" (Bonde). Dazu zählen etwa die Sammlung und Nutzung
von gebrauchtem Speiseöl (https://www.dbu.de/projektdatenbank/34352-01/) für die
Biokraftstoff-Produktion und diverse Textil-Projekte: eine textile Mikrofabrik
für Kreislauf-Strategien im Bereich Strickwaren, eine vollautomatische
Textilsortierung mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) zur Reduzierung des
Rohstoffeinsatzes und industrielles Upcycling durch Förderung der Firma Moot
(https://www.dbu.de/projektdatenbank/38230-01/) ( made out of trash , Deutsch:
aus Abfall produziert). Der Moot-Kniff: Intakte textile Flächen werden nicht für
ein Recycling zerlegt. Stattdessen werden sie direkt zu neuen Produkten. Bonde:
"So vermeidet man klassisches, oft ressourcenintensives Recycling, bei dem
Fasermischungen zuvor mechanisch oder chemisch getrennt werden müssen."
Besonderer Förderschwerpunkt: Circular Economy in Schülerlaboren
Neben Textilien bietet der Baubereich aus DBU-Sicht enormes CE-Potenzial, etwa
durch Holz-Lehm-Hybriddecken (https://buo.de/bau/forschung/hlcb/) , Fundamenten
aus zersägten Betonplatten oder Wiederverwendung von Stahlbetonteilen
(https://www.dbu.de/projektdatenbank/39080-01/) . Ein besonderer
CE-Förderschwerpunkt der DBU wendet sich an junge Menschen: Circular Economy in
Schülerlaboren (https://www.lernortlabor.de/nachhaltigkeit/CE) umfasst acht
Projekte mit einem Fördervolumen von fast 900.000 Euro. Dazu Bonde: "Damit
Wirtschaft in Zukunft zirkulär denkt und handelt, braucht die junge Generation
das nötige Know-how."
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Klaus Jongebloed
- Pressesprecher -
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