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Zur Studie
https://ots.de/36YNiH
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München (ots) -
- Die Hälfte der Deutschen (48%) nimmt eine technologische Abhängigkeit wahr,
doch nur etwa jeder Dritte (30%) ist bereit, für europäische
Kommunikationslösungen mehr zu zahlen.
- Vier von zehn Befragten haben Interesse an satellitenbasiertem Internet.
- 62 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer wollen ihren gut funktionierenden
Festnetzanschluss nicht wechseln.
Die Debatte um die digitale Souveränität Deutschlands und Europas gewinnt
spürbar an Fahrt und macht auch vor der Telekommunikationsbranche nicht halt.
Wie die Bevölkerung in Deutschland die Lage einschätzt, zeigt eine aktuelle
Erhebung von Deloitte im Rahmen der Broadband Consumer Trends. Fast die Hälfte
der Befragten (48%) sieht Deutschland in der Telekommunikation technologisch
abhängig. Gleichzeitig sorgen sich 45 Prozent über diese Abhängigkeit, etwa in
Bezug auf Netzinfrastrukturen, Smartphones oder Software. Knapp jeder Dritte
(30%) würde für europäische Telekommunikationstechnologie einen Aufpreis von bis
zu zehn Euro akzeptieren - selbst, wenn dies mit Einschränkungen bei der
Netzleistung einherginge. Höhere Preise lehnt jedoch die Mehrheit der Deutschen
(54%) ab.
Das Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher an satellitenbasiertem
Internet wächst. Der Anteil derjenigen, die sich dafür offen zeigen, steigt von
35 Prozent im Jahr 2025 auf aktuell 39 Prozent. Auch wäre rund ein Drittel der
Befragten bereit, für satellitengestützte Smartphone-Anbindung monatlich
zusätzlich fünf Euro zu zahlen. Als wesentliche Gründe für das zunehmende
Interesse nennen jeweils 45 Prozent der Befragten die einfache Nutzung sowie die
hohe Zuverlässigkeit der Satelliten-Technologie. Gleichwohl bleiben Vorbehalte
bestehen: 34 Prozent der Befragten sehen günstigere Alternativen, für 29 Prozent
gibt es leistungsfähigere Optionen, und 21 Prozent äußern mangelndes Vertrauen
in die Anbieter.
"Der wachsende Zuspruch für satellitenbasiertes Internet markiert einen Umbruch
in der Telekommunikationsbranche. Was lange als Nischenlösung für abgelegene
Regionen galt, wird sich zu einer ernstzunehmenden Ergänzung bestehender
Infrastrukturen entwickeln, die auch in Sachen Preis und Leistung im Markt
mithalten kann", sagt Dieter Trimmel, Telekommunikationsexperte und Partner bei
Deloitte.
Glasfaser überzeugt - doch der Wechselanreiz fehlt
Die Migration zu hohen Bandbreiten verläuft in Deutschland bekanntlich
zögerlich. Lediglich die Zahl der Anschlüsse unterhalb 50 Mbit/s geht zurück
(2025: 19%; 2026: 14%). 21 Prozent der Befragten nutzen Glasfaser bereits,
weitere 17 Prozent haben einen Vorvertrag abgeschlossen und warten auf einen
Anschluss. Von den Nutzerinnen und Nutzern eines Glasfaseranschlusses geben 80
Prozent an, dass ihre Erwartungen an die Leistungsfähigkeit erfüllt (65%) oder
sogar übertroffen (15%) wurden. Nur fünf Prozent sind enttäuscht. Mit ihrem
Glasfaser-Anbieter sind ganze 87 Prozent der Befragten zufrieden, bei den
Breitband-Anschlüssen sind es 81 Prozent. Dadurch fehlt Vielen (62%) der Anreiz
zum Wechsel. Auch haben sich die Probleme mit stationären Festnetzanschlüssen
weiter reduziert. Im Jahr 2025 hatten 31 Prozent der Befragten mindestens einmal
im Monat Signal- oder Verbindungsprobleme, 2026 sind es noch 27 Prozent. Die
Zuverlässigkeit deutscher Mobilfunknetze hat sich ebenfalls verbessert: Die
Empfangsprobleme in der mobilen Kommunikation haben sich innerhalb eines Jahres
auf 13 Prozent halbiert.
"Die Zahlen veranschaulichen die aktuelle Diskrepanz im Markt: Glasfaser
überzeugt dort, wo sie genutzt wird - gleichzeitig fehlt Vielen der akute
Handlungsdruck zu wechseln, weil bestehende Breitband-Anschlüsse 'gut genug'
sind. Sie werden auch auf lange Sicht noch leistungsfähige Alternativen zur
Glasfaser bieten", ordnet Dieter Trimmel ein.
Für die Deloitte Broadband Consumer Trends wurden 2.000
Telekommunikationskundinnen und -kunden in Deutschland befragt. Die Erhebung
fand online von März bis April 2026 statt.
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