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Hannover (ots) - Das Zollfahndungsamt Hannover blickt auf ein arbeitsintensives
Ermittlungsjahr 2025 zurück. Fast zwei Tonnen Drogen, d.h. Betäubungsmittel und
Cannabis, wurden unter anderem beschlagnahmt. Dies stellt betrachtet auf die
letzten 10 Jahre einen neuen, traurigen Rekord dar.
Insgesamt wurden 24 Ermittlungsverfahren im Bereich der Organisierten
Kriminalität geführt. Damit bewegt sich das Aufkommen weiterhin auf einem
konstant hohen Niveau und verdeutlicht die zunehmende Professionalisierung
international agierender Täterstrukturen.
"Kriminelle Netzwerke agieren längst grenzüberschreitend und hochorganisiert.
Effektive Bekämpfung funktioniert deshalb nur durch eine enge nationale und
internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Die Ermittlungserfolge
des vergangenen Jahres zeigen, dass gemeinsame Strategien, ein schneller
Informationsaustausch und koordinierte Maßnahmen entscheidend sind, um die
komplexen Täterstrukturen nachhaltig zu zerschlagen", erklärt
Regierungsdirektorin Monika Dennhardt, Leiterin des Zollfahndungsamtes Hannover.
Im Jahr 2025 stellten Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamtes
Hannover unter anderem sicher:
- fast zwei Tonnen Betäubungsmittel und Cannabis,
- rund neun Millionen Stück illegale Zigaretten,
- knapp zehn Tonnen Rauchtabak,
- fast sieben Tonnen Wasserpfeifentabak,
- über 44.000 Stück Pyrotechnik und 11 Kilogramm Sprengstoff
sowie
- nahezu 40.000 verbotene Arzneimittel in Tablettenform
Die Ermittlungen führten darüber hinaus zur Aufdeckung eines
Gesamtsteuerschadens in Höhe von rund 670 Millionen Euro. Gegen Tatverdächtige
wurden durch die Gerichte Freiheitsstrafen von insgesamt rund 159 Jahren
verhängt.
"Die hohen Schadenssummen und die professionelle Vorgehensweise der
Tätergruppierungen machen deutlich, welche erheblichen Auswirkungen diese Form
der Kriminalität auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hat. Umso wichtiger ist
eine konsequente Strafverfolgung", so Dennhardt weiter.
Ausgewählte Schwerpunkte der Ermittlungsarbeit 2025:
Verbrauchsteuerkriminalität weiterhin bedeutendes Deliktsfeld
Der illegale Handel mit unversteuerten Tabakwaren blieb auch 2025 eines der
zentralen Deliktsfelder des Zollfahndungsamtes Hannover. Die Tätergruppierungen
agieren hierbei zunehmend international vernetzt und arbeitsteilig.
Besonders hervorzuheben ist der Abschluss umfangreicher Ermittlungen innerhalb
eines Joint Investigation Teams mit Beteiligung belgischer und niederländischer
Behörden. Über mehrere Jahre hinweg wurde gegen eine international operierende
Tätergruppierung ermittelt, die unversteuerte und unverzollte Zigaretten
überwiegend aus der Türkei und dem Iran über Containertransporte nach Europa
schmuggelte. Um Kontrollen zu umgehen, wurden die Lieferungen mit falschen
Warenbezeichnungen versehen und an fiktive Empfänger adressiert. Die Transporte
gelangten unter anderem über die Häfen Antwerpen und Hamburg nach Deutschland.
Den Tatverdächtigen wird der Umschlag von mehr als 1,6 Milliarden unversteuerten
und unverzollten Zigaretten vorgeworfen. Der entstandene Steuerschaden beläuft
sich auf über 600 Millionen Euro. Im Januar 2025 vollstreckten die Behörden im
Rahmen eines europäischen Action Days unter anderem zehn Haftbefehle. Die
Gerichtsverhandlungen gegen die Tatverdächtigen dauern nach wie vor an.
( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/5959568 )
Zudem rückte der illegale Handel mit E-Zigaretten, sogenannten Vapes, weiter in
den Fokus der Ermittlungen. Im November 2025 konnten in Nordrhein-Westfalen rund
165.000 illegale Vapes sichergestellt werden. Die Maßnahmen erfolgten in enger
Zusammenarbeit mit belgischen Behörden, die zeitgleich eine europaweite
Rekordsicherstellung von rund 1,15 Millionen Vapes durchführten.
( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/6174345 )
Umfangreiche Verfahren gegen internationale Betäubungsmittelkriminalität
Die Bekämpfung des internationalen Betäubungsmittelschmuggels stellte im Jahr
2025 einen wesentlichen Bestandteil der Ermittlungsarbeit dar.
Der Rekordwert von fast zwei Tonnen Drogen steht im Zusammenhang mit dem starken
Anstieg der Cannabissicherstellungen im Vergleich zum Vorjahr. So wurden im Jahr
2024 insgesamt 265 Kilogramm Cannabis beschlagnahmt. Im Jahr 2025 stiegen die
Sicherstellungen auf fast 1,5 Tonnen Cannabis an.
Neben der Zunahme im Bereich Cannabis konnte auch bei den anderen Drogenarten
beachtliche Ermittlungserfolge erzielt werden. Zur Anschaulichkeit der
verschiedenen Ermittlungen des letzten Jahres werden nachfolgend drei Beispiele
genannt:
Im Dezember 2025 gelang Ermittlern des Zollfahndungsamtes Hannover im Hamburger
Hafen die Sicherstellung von mehr als 400 Kilogramm Heroin. Die Ermittlungen
wurden im Bereich Bremen geführt und zählen zu den größten
Heroinsicherstellungen der vergangenen Jahre in Deutschland.
( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/6205449 )
Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Oldenburg (Polizeidirektion
Oldenburg/Zollfahndungsamt Hannover) führte Ermittlungen gegen eine
Tätergruppierung, die Kokain aus Südamerika nach Deutschland schmuggelte. Die
Täter versuchten, an einem Schiff befestigte Rauschgiftpakete im Hafen Brake zu
bergen. Im Rahmen eines Zugriffs durch Spezialeinheiten konnten rund 180
Kilogramm Kokain sichergestellt werden. Die Beteiligten wurden inzwischen zu
mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/68443/5983736 )
Internationale Aufmerksamkeit erlangten zudem die Ermittlungen der Gemeinsamen
Ermittlungsgruppe Rauschgift Osnabrück (Polizeidirektion
Osnabrück/Zollfahndungsamt Hannover) im Rahmen der Operationen "Nexus" und
"Fabryka". Gemeinsam mit zahlreichen europäischen Sicherheitsbehörden konnten im
Jahr 2025 europaweit mehr als 24 Drogenlabore identifiziert und stillgelegt
werden, darunter sechs in Deutschland. Laut Europol handelt es sich um eine der
bislang größten europaweit koordinierten Ermittlungen im Bereich synthetischer
Drogen.
( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/120080/6200840 )
Deutlicher Anstieg bei verbotener Pyrotechnik
Im Deliktsbereich der Einfuhrverbote und -beschränkungen verzeichnete das
Zollfahndungsamt Hannover insbesondere bei verbotener Pyrotechnik einen
deutlichen Anstieg der Sicherstellungen. Ursache hierfür ist vor allem der
zunehmende Onlinehandel in Verbindung mit verstärkten Kontrollmaßnahmen am
Flughafen Hannover. Aber auch die gleichbleibend hohen Zahlen im Bereich der
Waffenkriminalität sowie der Verstöße gegen die Arznei- und Dopingvorschriften
zeigen die Notwendigkeit von Kontrollen und strafrechtlichen Ermittlungen zum
Schutz der Bürgerinnen und Bürger.
Ermittlungen wegen Hinterziehung von Einfuhrabgaben
Auch die Verfolgung von Straftaten im Bereich der Einfuhrabgaben blieb ein
wichtiger Bestandteil der Ermittlungsarbeit.
Im Jahr 2025 wurde ein umfangreiches Verfahren wegen der Hinterziehung von
Antidumpingzöllen bei der Einfuhr von E-Bikes abgeschlossen.
Im Zuge der Maßnahmen des mehrjährigen Verfahrens konnten mehr als 3.500 E-Bikes
sichergestellt werden, die zur Kompensation des entstandenen Schadens verwertet
wurden bzw. werden sollen. Der verursachte Steuerschaden beläuft sich auf über
14 Millionen Euro.
Deutlich mehr Verfahren wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen
Im Bereich des Außenwirtschaftsrechts war 2025 ein erheblicher Anstieg neuer
Ermittlungsverfahren festzustellen. Hintergrund sind insbesondere Verstöße gegen
bestehende Russland-Sanktionen und Embargovorschriften.
Unter anderem ermittelten die Behörden gegen eine Tätergruppierung, die neben
dem Handel mit unversteuerten Zigaretten auch hochwertige Fahrzeuge unter
Verstoß gegen geltende Embargovorschriften nach Russland exportiert haben soll.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen mehr als 100 Fahrzeuge betroffen gewesen
sein.
( https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50275/6068484 )
Zusätzliche Informationen zur Organisation des Zollfahndungsamtes Hannover: Das
Zollfahndungsamt Hannover untersteht der Generalzolldirektion, einer
Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums. Es ist Teil
des deutschen Zollfahndungsdienstes, der aus dem Zollkriminalamt sowie den 8
Zollfahndungsämtern besteht. Mit seinen Außenstellen in Bremen, Magdeburg und
Bielefeld und rund 300 Beschäftigten ist das Zollfahndungsamt Hannover für weite
Teile Niedersachsens, Sachsen-Anhalts, Bremens und für Teile von Ostwestfalen
zuständig. Damit umfasst der Bezirk ein Gebiet von über 60.000
Quadratkilometern. Zur Verfolgung und Verhütung der Rauschgiftkriminalität
arbeitet das Zollfahndungsamt Hannover schon seit vielen Jahren erfolgreich mit
den Polizeibehörden der Länder in "Gemeinsamen Ermittlungsgruppen Rauschgift"
zusammen (GER Hannover, Osnabrück, Oldenburg, Bremen und Magdeburg). Auch bei
der Bekämpfung der Geldwäschekriminalität gibt es eine institutionalisierte
Zusammenarbeit spezialisierter Kräfte von Zollfahndung und Polizei in
"Gemeinsamen Finanzermittlungsgruppen" (GFG Hannover und Magdeburg).
Rückfragen bitte an:
Zollfahndungsamt Hannover
-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit-
Telefon: 0511 / 8990 1004
E-Mail: mailto:presse@zfah.bund.de
http://www.zoll.de
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