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Berlin (ots) - Meldungen zu Cyberangriffen auf Krankenhäuser sind auch in
Deutschland keine Seltenheit. Im Fokus der Angreifer stehen sensible
Patientendaten, die vom Arztgeheimnis geschützt sind. Angaben zu Diagnosen,
Therapien, Krankheits- und Genesungsverläufen sind ausschließlich Sache der
Behandler und ihrer Patienten und gehen sonst niemanden etwas an. Entsprechend
großer Druck entfaltet sich, wenn diese Daten gestohlen und zur Erpressung
genutzt werden. Ein Desaster für die attackierten Einrichtungen - das im April
einen Abrechnungsdienstleister betraf - und über diesen die Daten von
Privatpatienten vieler großer Kliniken.
Tritt man einen Schritt zurück, kann diese vermutlich nur halb gelungene Attacke
- eine erpresserische Verschlüsselung des Systems war nicht erfolgt - aber auch
den Blick darauf weiten, wie weit die Digitalisierung im Gesundheitswesen schon
vorangeschritten ist. Defizite sind offensichtlich: Der Schutz vor solchen
Angriffen muss noch erhöht werden, nicht nur in den Kliniken selbst, sondern
auch bei ihren Dienstleistern. Und weder bei Telemedizin und Patientenportalen,
darunter die ePA, noch bei der Online-Terminvergabe ist ein akzeptabler,
sicherer und dennoch niedrigschwelliger Zugang erreicht.
Einmal ganz abgesehen von der Anwendung von KI etwa zur Ressourcenplanung - zur
Optimierung von Stationsabläufen und anderen Prozessen in Kliniken. Parallel
läuft der Streit über ein neues Gesetz, das wiederum den Krankenkassen den
Zugriff auf Gesundheitsdaten von Versicherten ermöglichen soll. Die Versicherer
wollen auf diesem Weg ihre Kunden individuell ansprechen und etwa
Präventionskurse nahelegen. Das könnte unter dem Strich Krankheiten vermeiden
und Kosten sparen. Die Ärzteschaft lehnt das strikt ab: siehe Arztgeheimnis
weiter oben.
Und ehrlich gesagt: Wollen die Versicherten eine weitere Super-Nanny (neben der
Werbung für Vitaminpräparate zum Beispiel), die sie mit Ratschlägen bombardiert?
Eher nicht. Hinzu kommt, dass auch Pharmahersteller und Versicherungen auf den
Zugang der für sie wertvollen Daten drängen. So bleiben Digitalisierung und
Datensicherheit wohl auf längere Sicht kontroverse Themen, die leider eher
jenseits einer breiten kritischen Öffentlichkeit verhandelt werden.
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